20. April ("F├╝hrers Geburtstag")

Hitlers Geburtstag am 20. April wurde im Deutschen Reich vom Reichspropagandaminister Josef Goebbels zu einer Art hohen Festtag erklärt und von 1933 bis 1945 alljährlich entsprechend gefeiert.

Zwischen den beiden Weltkriegen erlebte Europa in vielen Ländern das Aufkommen von Führerkulten (zum Beispiel den Duce-Kult um Mussolini oder Stalinkult) in einer Art, wie es sei nie zuvor gegeben hatte. Der Führerkult um Adolf Hitler, die religionsartige Verklärung und Verehrung seiner Person, inszeniert durch Propaganda und Selbststilisierung, wurde durch die Zeitumstände und die Person Hitlers begünstigt. Sein Geburtstag gehörte dabei zu den wesentlichen Elementen des propagierten Führer-Mythos.

Nach der Einführung des Hitlergrußes (Deutscher Gruß), der Umbenennung zahlloser Hauptstraßen und städtischer Plätze nach dem „Volkskanzler" wurde nun auch der „Führergeburtstag" am 20. April jeden Jahres zum herausragenden Volksspektakel. Mit dem Satz: „Der Führer hat immer recht!" reklamierte Goebbels göttliche Unfehlbarkeit für „unseren Hitler", wie er es liturgieartig in jeder seiner Geburtstagsansprachen zu den nationalsozialistischen Geburtstagsfeierlichkeiten proklamierte. So wurden am 20. April auch die Jugend aus den Kinderorganisationen (Jungen aus dem Deutschen Jungvolk bzw. der Mädchen aus dem Jungmädel-Bund) feierlich in die HJ/ BDM übernommen.

Zwischen 1933 und 1945 wurden die Führergeburtstage im Deutschen Reich gefeiert. Den Höhepunkt bildete Hitlers 50. Geburtstag am 20. April 1939. Mit dem Untergang des Dritten Reiches und dem Tod Adolf Hitlers am 30. April 1945 nur wenige Tage nach seinem 56. Geburtstag endete das Personen glorifizierende Phänomen der „Führergeburtstage".