Bundestag auf Rügen.
vom 27.V. bis 7.VI. 25.
Meine erste Groß-Fahrt ging zum Bundestag auf die Insel Rügen. Wir hatten herrliches Wetter und wir haben oft in der Ostsee gebadet. Als wir einmal badeten sahen wir das Flettner Rotor Schiff. In der Nacht vor dem Aufbruch rissen wir das große Berliner Zelt, das wie ein kleiner Zirkus anmutete, ab. Am nächsten Morgen gab es dann ein großes Kriegsspiel wobei der Westfalengau tüchtig Schläge bekam. Nach dem Bundestag machten wir noch eine Fahrt durch Rügen. Wir tippelten am Strand entlang nach Saßnitz. Dann ging an den Kreidefelsen entlang nach Stubbenkammer. Oben auf dem Königsstuhl zelteten wir. Tief unter uns das Rauschen der Ostsee. Am nächsten Morgen ging's immer an der Steilküste entlang nach dem nördlichsten Punkt der Insel, nach Arkona. Dann weiter über Altenkirchen nach Wiek. Von hier am anderen Morgen mit dem Dampfer nach Stralsund. Von hier fuhren wir mit dem Zug nach Hamburg. Wir machten eine Hafenrundfahrt. Am Morgen hatten wir noch Stellingen besucht. Dann ging am nächsten Tag zurück in die Heimat. Mit braun gebrannten Gesichtern kehrten wir wieder heim.
[Fotos] Stralsund.
Bundeslager
Thing
Teilnehmer: Ötsch, Karl, Tommy, Dr. Otto u. Walter Ohlwein. Paster, Arthur, Karl Tent, Dotter Ihne, Lutz Lucas, Hans Menke und Ich.
Schafstall
Sonnenwende in Hullern. 1925.
Durch tiefen Heidesand unter den weißen Birken hindurch zogen wir zum Schafstall um dort Sonnenwende zu feiern. Vor der Sonnenwende hatten wir noch Gruppenthing. Hans Menke, Hellmut Dannenberg und ich wurden aufgenommen. Hiernach gingen wir an das Sonnwendfeuer. Ein hoher Holzstoß war aufgestapelt worden. Als das Feuer niedergebrannt war, krochen wir in unsere Zelte und schliefen bald ein. Am nächsten Morgen nahmen wir ein frisches Bad in der Lippe. Einer wäre bald ertrunken weil er nicht schwimmen konnte. Am Vormittag führten wir noch Sportkämpfe aus. Essen natürlich überall an der Spitze. Nach dem Essen machten wir noch ein Schlagballspiel gegen Wanne, wir gewannen Haushoch 60 : 5. Bei siedender Sonne ging es dann wieder zurück. Noch lange an dem prächtigen Sonntag zurück denkend.
Nachtfahrt nach Elfringhausen.
vom 11. u. 12.7.25. (Kriegsspiel gegen D.K.J.)
Fahrt zum Poln.
am 8. u. 9.8.25. (Hexentanzplatz.)
[Foto] Jetzt geht der Marsch ...
Fahrt von Wesel nach Bottrop.
am 29. u. 30.8.25. Gegangen sind wir über Hünxe an der Lippe. Abgekocht am Feuerturm an der Landstraße nach Kirchhellen. Ötsch, Pastor, Bullus und ich.
Fahrt nach Wesel.
am 12. u. 13.9.25. Aufnahme von Otto und Walter Ahlwein. Abends Thing. Wieder am Feuerturm gekocht, in Wesel geschlafen. Von Feldhausen zurückgefahren.
[Foto] Auf der Brücke.
Standlager in Syten.
vom 28.X.-2.XI.25.
In den kleinen Herbstferien machten wir ein Standlager in Syten. Es waren mit, Otto und Walter Ahlwein, Karl Tent, Artur, Pastor, Quecko und ich. Wir pennten in der Jugendherberge in Syten. (Ein fabelhaftes Ding!?) Morgens wuschen wir uns in der Stever, die direkt hinter der Herberge herfloß. Gleich nach dem Morgenkaffee gingen wir daran uns ein schmackhaftes Mahl zuzubereiten, auch an der Stever, denn im Wald durften wir nicht abkochen, weil uns das der Förster nicht erlaubte. Nachdem wir uns ausgeruht hatten gings in den Wald, in die Borkenberge und zu den Fischteichen. Abends gings früh in die Klappe, in die herrlichen Betten, aber keiner wollte an der Wand schlafen. Schnell waren die sonnigen Tage vorüber, und dann gings wieder zurück in die Heimat, um frisch und fröhlich unsere Arbeit zu leisten.
[Fotos] Mühle in Syten.
Am Bache (Stever)
Schlittenfahrt nach Hösel.
Winterlager in Lützel 1925/26.
vom 26.XII.-3.I.
Unser Winterlager machten wir in Lützel. Außer Karl und Walter konnte noch keiner laufen. Als wir nach Erndtebrück kamen taute es, und auf den Straßen war nur noch eine dünne Eisdecke zu sehen. Nach Lützel mußten wir zu Fuß gehen da kein Zufuhr. Auf der glatten Straße rutschten wir mit unseren schweren Affen oft aus. In der Dunkelheit landeten wir in Lützel. Die Jugendherberge befand sich natürlich ausgerechnet am anderen Ende des Dorfes. Als Tagesraum diente einer großer Tisch in der Wirtschaft. Der Schlafraum war sehr warm, denn er befand sich neben dem Kuhstall. Am nächsten Morgen wurde am Hügel,
Silvesterfeier
der an der anderen Seite der Straße war und auf dem noch etwas Schnee lag geübt, oder richtig gesagt gefallen. Am nächsten Morgen war schon kein Schnee mehr zu sehen. Wir nahmen unsere Skier auf den Buckel und gingen in Wald. Auf dem Weg der zum Forsthaus führte konnten wir noch fahren. Am nächsten Tag nur noch auf den Schneewällen die vom Schneepflug gemacht worden waren. Am Forsthaus trafen wir die schwarze Schar, die auf dem Bahnhof lag. Am andern Morgen lag nur noch in zwei Schneisen Schnee. Bis zu den Schneisen brauchten wir ½ Stunde, aber trotzdem fuhren wir gerne herunter wenn wir auch noch oft fielen. Mittags kamen wir meistens durchnäßt nach hause aber das machte nichts, denn wir konnten uns immer schon auf das warme Essen freuen, das uns die Herbergsmutter machte. Sylvester kam Ötsch. Abends hatten wir ein Thing auf dem Giller. Da auch der Schnee in den Schneisen weg taute fuhren wir früher wieder nach Hause als wir wollten.
Karl, Paster, Artur, Walter, Karl t. Quecko, Bullus, Ötsch u. ich.
1926
Skifahrt ins Asbachtal.
Als auch in wieder Schnee lag machten wir ein Skifahrt ins Asbachtal. Wir fuhren über die Hammerheide. In der Wirtschaft mit dem elektrischen Klavier tranken wir Kaffee. Dann fuhren wir ins Asbachtal. An einem schönen Hügel übten wir Bogen fahren. Dann gings wieder heimwärts.
[Foto] Jugendherberge.
Kreistag in der Haard am 28.III.26.
Unseren Kreistag hielten wir in der vestischen Jugendherberge ab. Die Jugendherberge liegt zwischen Recklinghausen und Sinsen. Hier las Ötsch uns den Brief vom Zusammenschluß der A.W.V., Bund der Wandervögel, Ring- und Neupfadfinder zum: Bund der Wandervögel und Pfadfinder.
Kirschblüte
Osternfahrt an den Rhein.
Mit dem Münchener beschleunigten Personenzug fuhren wir bis Godesberg. Wir hatten herrliches Wetter und überall blühten Kirsch- und Pfirsischbäume. Wir ließen uns dann nach Ronsdorf übersetzen. Und wir gingen dann nach der Klosterruine. Heisterbach und dann zum Petersberg. Auf einer Wiese hinter dem Petersberg machten wir halt und ruhten uns aus. Dann ging es über den Drachenfels nach Honnef. Gegenüber von Rolandswerth ließen wir uns übersetzen.
Ruine Drachenfels
Auf dem Rodderberg, ein Heim der Godesberger, oberhalb vom Rolandsbogen schliefen wir. In Rolandswerth holten wir Ötsch, der nachgekommen war, ab. Am nächsten Morgen gingen wir auf dem Rheinhöhenweg nach Remagen. Von hier fuhren wir mit dem Zug nach Koblenz. Am nächsten Morgen gingen am linken Rheinufer entlang, bei Osterspei ließen wir uns nach Braubach übersetzen. Wir stiegen dann zur Marksburg hinauf. In einem Seitental kochten wir ab. Nahe von unserem Lagerplatz fanden wir einen Säuerling. „Dingholder Brummen." Spät kamen wir in Boppard an. Beim Übersetzen wäre Quecko bald in den Rhein gefallen.
[Fotos] Klosterruine Heisterbach.
Marksburg.
Marksburg.
Bacharach
Am nächsten Morgen, Ostersonntag, wurde in Boppard Kuchen gekauft. Am Rheinufer kochten wir Kakao und verzehrten den Kuchen. Dann gings weiter, immer am Ufer des Rheins entlang. Links und rechts alles weiß von Kirschbaumblüten und oben auf den Spitzen der Berge Burgen und Schlösser oder zerfallene Mauern. Abends landeten wir in dem kleinen Städtchen Bacharach. Wir schliefen bei einem Winzer im Haus. Da beim ihm der Wein sehr billig war, genossen wir auch etwas von dem edlen Naß. Aber auf nüchternen Magen, die Folge davon war das Quecko am anderen Morgen eine Karte nach Hause nicht mehr richtig schreiben konnte. Auch heute war wieder eine Bullenhitze. Wir tippelten daher nur ein wenig den Rhein entlang und legten uns dann in die Sonne, und schwammen nachher im Rhein. 1. April. Dann gings weiter nach Bingen. In Bingen trennten wir uns, die andern Karl, Artur, Walter, Quecko und Benz gingen weiter durch die Pfalz nach Heidelberg und dann nach Mannheim. Ötsch und ich, wir ließen uns nach Rüdesheim übersetzen und fuhren wieder nach Essen, wo wir 12.00 nachts landeten.
[Foto] Bingen Hafen
Pfingsten
Gautag in Dam a. d. Lippe
Leider fiel der Gautag ins Wasser. Samstag tippelten wir von Essen durch Bottroper Heide nach Damm. Aber gegen Abend fing es schon an zu regnen so daß wir uns beeilen mußten die Zelte aufzuschlagen. Es hörte leider nicht mehr auf zu regnen, so daß das Lager abgebrochen werden mußte.
Unser treuer Fahrtenbegleiter.
Fahrt nach dem Velberter Steinbruch.
Unser Zelt im Steinbruch.
Kletterei im Steinbruch.
Als eine Vorübung für die Alpenfahrt machten wir eine 1 ½ Tagefahrt in großen Velberter Steinbruch. Mitten im Steinbruch schlugen wir unser Zelt auf. Am andern Tag wurde der Steinbruch genauer untersucht. Wir kletterten an den steilen Wänden hinauf und stiegen die Höhlen die im Steinbruch waren.
Grosse Fahrt 1926.
Von Essen nach München gefahren, dann nach Salzburg. Von hier über Berchtesgarden, Königssee, Salzachtal, Krimmel, Zillertal, [.?.], Innsbruck, Imst, Lechtal, Bregenzer Wald, Bodensee nach Lindau. Dann mit dem Zug durch den Schwarzwald zurück nach Essen.
Weiterer Bericht und Bilder in der anderen Mappe.
Karl, Artur, Quecko, Kurt Schulte und ich.
Abtsküche.
Nachdem wir von unserer Großfahrt zurückgekehrt waren, galt unser ganzes Sehnen und Trachten einem Heim. Bis jetzt hatten wir unsere Heimabende immer zu Hause abgehalten. Es wurden also regelrechte Landheimfahrten gemacht. Jedes alte baufällige Haus war für uns ein ideales Landheim. War, aber zwischen dem Sehen und Besitzen ist ein großer Unterschied. Auf einer Fahrt nach Abtsküche fanden wir einen fabelhaften Turm für unsere Zwecke, aber leider war etwas zu klein, und bekommen hätten wir ihn auch wohl kaum. Auch die Mühle wurde in engere Erwägung gezogen. Aber alle Pläne wurden zu Wasser.
Und endlich sollten wir doch ein Heim bekommen. Sogar ein ganz ideales. Es lag in der Nähe Isenburg, an der Schnellstraße. Es war ein alter Kotten. Fritz Mayer hatte erfahren, daß die Leute auszogen. So haben wir uns gleich dahinter geklemmt, und haben es auch bekommen! Nun fing die Arbeit an. Es war nähmlich ziemlich verkommen. Es mußte geputzt, geschrubt, genagelt und gestrichen werden. Ganze Sonntage wurden im Heim verbracht, bis es einigermaßen bewohnbar war.
In den kleinen Herbstferien wurde weiter feste gearbeitet. Jetzt gings ans fein machen Türen und Fenster wurden gestrichen. Das Haus wurde gekälkt und die Balken geteert. Wir haben zeitweise oben gewohnt. Bis wir es am Ende ganz weit in Schuß hatten. Als erstes Fest konnten wir das Weihnachtsfest in unserem Heim feiern. Die Freude die bei uns herrschte kann sich jeder vorstellen.
Im Hesperbachtal.
Weihnachtsfeier im Heim.
Winterlager in Heiligenborn 1926/27.
Diesmal hatten wir unser Lager nach dem kleinen Ort Heiligenborn gelegt. Von Feudingen sind es gut 6 km bis nach Heiligenborn. Wir rückten um 5.00 von der Bahnstation Feudingen ab. Leider verliefen wir uns. Der Himmel war sternenklar und auf den Tannen lag Schnee. Bis wir glücklich um halb zwölf in Heiligenborn landeten. Auf der Fahrt nach Heiligenborn habe ich auch mein Stativ verloren. Bambus, der zum ersten Mal mit war ging immer die
[Foto] Im Abteil
Bindung los, sodaß ihn Karl teilweise tragen mußte. Die Schneeverhältnisse waren ziemlich gut. Wir hatten fast 50 cm Schneehöhe. Die Schlafverhältnisse dagegen ziemlich mau. Von der Decke tropfte es nähmlich. Sonst verbrachten wir die Abende mit lustigen Spielen. Die Schwarze Schar auf dem Bahnhof besuchten wir auch einmal. Ötsch und Fritz Mayer kamen nach. Leider setzte nun bald Tauwetter ein und der Schnee wurde immer weniger. Sonntag nach Neujahr fuhren wir bzw. liefen wir nach Erndtebrück. Von hier mit der Bahn nach Essen.
Gaufahrt 1927
vom 10.4.-16.4.
Der ganze Gau traf sich in Soest. Wir kamen gegen Mittag in Soest an. Geschlossen zogen wir durch die Stadt zur Jugendherberge vor der Stadt. Am Nachmittag spielten wir und besahen uns die Stadt. Auch den nächsten Tag blieben wir in Soest. Dann ging es am Dienstag Morgen zur Möhnetalsperre. An der Möhnetalsperre kochten wir ab und dann gings weiter nach Warstein wo wir schliefen. Am Morgen gings weiter durch das Sauerland nach Warstein, von hier fuhren einige nach Wewelsburg. Wir andern gingen die 10 klm durch ein schönes Tal zu Fuß dahin.
Auf dem Kirchturm Soest.
Die Jugendherberge war in der alten Wewelsburg. Abends war in einem offenen Turm bei einem brennenden Holzstoß Gauthing. An diesem Abend wurden auch die „[.?.]" in den Bund aufgenommen. Mit der Bahn fuhren wir, nachdem wir bis zur einer anderen Station gegangen waren, nach Paderborn. Von hier sollte das große Kriegsspiel steigen. Ruhrkreis gegen Hacketau [?]. Blaue Ärmel gegen Rote. Wir bleiben in Paderborn und der Hacketau zog. Wir kochten in der Jugendherberge. Heini Noll malte unsere Kriegsfahne. Ein blaues Tuch mit dem Totenkopf. Dann zogen auch wir weiter. Unser Ziel war Hövelhof in der Senne 19 km. Aber schon kurz hinter Paderborn fing es an zu plästern. Kladdernaß kamen wir in Hövelhof an. Wir schliefen bei einem Bauern im Heu. Wir wollten am nächsten Morgen mit dem Zug weiter fahren, aber der fuhr uns vor der Nase weg. So mußten wir wohl oder übel zu Fuß gehen weil kein Zug mehr fuhr. Gegen Mittag kamen wir in dem Bielefelder Landheim an. An diesem Tag sollte das Kriegsspiel Punkt 4.00 beginnen. Es waren bestimmte Aufgaben zu lösen. Zuerst waren wir siegreich. Aber wegen Meinungsverschieden mußte es abgebrochen werden. Das Nachtkriegsspiel verloren wir. Aber wir nahmen blutige Rache am nächsten Tag. Das Kriegsspiel hatte sich weiter zum Teuto hingezogen. Wir hatten zwei Pässe zu nehmen. Alle Hackelauer wurden gelötet. Wir zogen dann nach Brakwede und fuhren von hier nach Hause zurück!
Schafstall.
[eingelegter Zettel:]
1927
21.5. Hüllern Thing
Ötsch gibt die Führung an Artur ab.
Am anderen Tag gebadet
Sport getrieben
11.-12.5. Pfingsten (Kaffern Krale)
Bild.
Sonnenwende Datteln (Regen)
Räuber, Feuer im Zelt.
Elternfahrt: Prozeßplätzchen
Kälterbrüten
Radfahrt nach Einbeck.
Vom 27.10.-2.11.1927.
Quecko war Ostern nach Einbeck b. Hannover übergesiedelt. Also beschlossen wir ihn in Ferien zu besuchen. Donnerstag abends fuhren wir, Artur, Wolfgang u. ich, mit unseren Rädern nach Unna. Hier übernachteten wir bei Paul Pauli. Am Morgen ging es über Soest nach Paderborn, und schliefen in der Jugendherberge. Bis jetzt waren wir in der Ebene gefahren, nun ging über den Teuto nach Driburg. Dann der Weser entlang nach Höxter und Holzminden. Von H. durch den finsteren Solling nach Einbeck. Um ½ 11 Uhr waren wir glücklich in der Wilhem Henze Straße. Quecko hörte Radio, sonst war niemand zu Hause. Da die Jugendherberge schon zu war, schliefen wir bei Quecko auf der Bude. Morgens herrschaftliches Frühstück, dann Spazierfahrt durch Einbeck. Anschließend in den Solling. Schliefen noch einmal da. Montag besichtigten wir die Tapetenfabrik. Dann hieß es scheiden. Wir fuhren nach Hameln. Von hier über Rinteln, Bielefeld nach Essen.
D. J. H. in Hameln.
[Beschriftung in Postkarte v.l.n.r.:] Waschgelegenheit Tagesraum Schlafraum
Winterlager auf dem Didoll.
Vom 27.12.27.-5.1.28.
In diesem Jahr machten wir unser Winterlager auf dem Didoll bei Laasphe. Der Didoll liegt, als ein einzelnes Haus auf der Höhe, von Wald umgeben. Aber Wiesen und freie Hänge gibt es. Alles in allem ein ideales Skigelände. Am dritten Feiertag, in aller Herrgottsfrühe gings los. 7 Essener, Karl, Arthur, Pastor, Ötsch, Heini, Erich und ich, dazu Onkel Hugo aus Langendreer, Ernst Deppe aus Witten und Ernst Marsche aus Wanne. Wie gesagt auf dem Didoll war alles wohl bestellt, nur der Schnee fehlte. Trotzdem ließen wir uns nicht einschüchtern, denn es war ja kalt, und es konnte jeden Augenblick schneien. Ja, es war sogar so kalt, daß wir morgens, wenn wir uns waschen wollten, das Eis mit dem Beil immer wieder aufhacken mußten. Aber desto besser schmeckten die Butterbrote und der Kaffee in Mutter Rehms warmer Stube. Dann wurden die Wälder durchstreift. Da es tüchtig gefroren hatte, konnten wir viel schliedern. Mittags stand schon das warme Essen auf dem Tisch. Dann gabs noch einen kleinen Spaziergang oder Einkäufe wurden besorgt. Abends wurden bei der Lampe trautem Schein Spiele gemacht, und gelesen. Eines morgens hatte es gereift. Es war ein herrlicher Anblick. Der Wald war wie verzaubert. Wir holten unsere Bretter auch einmal hervor und versuchten auf dem Rauhreif zu fahren. Es ging so leidlich, aber man fiel sehr hart und die Skier wurden sehr abgenutzt. In der Zwischenzeit machten wir einen Abstecher nach Berleburg. Hier besuchten wir einen befreundeten Pastor von Deppes, der uns mit Kaffee und Kuchen bewirtete. Es schneite auf dem Wege etwas. Wir hofften auf mehr, aber es blieb bei dem Bischen. Dann haben wir noch bis zum Ende der Ferien gehofft. Es zwar am Tage und in der Nacht bevor wir fuhren geschneit, aber er taute weg. Aber auch ohne Schnee, haben wir viel Spaß bekommen.
Didoll.
Rauhreif.
Ostern Gautag in Warendorf 1923.
Wir waren zu Fuß von Haltern über Buldern nach Münster getippelt. Arthur Spalg, Bambus, Erich und Ich. Dann nach Telgte gefahren. Von hier ging das große Kriegsspiel gegen den Hacketau los. Wir fielen schwer rein. Dann war Gautag in einer Scheune bei Warendorf. Schlechtes Wetter, Schnee.
Ein Teil der Expedition
Radfahrt nach Holland.
Pfingsten gings mit dem Rad nach Holland. Samstag, den 26. Mai 1928. Um 6 Uhr trafen wir uns, das heißt Ötsch, Karl, Pastor, Arthur, Karl Tent, Bambus, Woff Rocher und ich. Am Hauptbahnhof. In schneller Fahrt gings über Oberhausen nach Wesel, wo wir bei Arthurs Tante Kaffee tranken. Gegen Mittag waren wir in Xanten. Der Dom wurde angesehen. Dann weiter in Richtung Cleve. Schon von weitem sahen wir die Schwanenburg. Hinter Cleve bei einer kleinen Rast holte uns Karl Tent ein, der später abgefahren war. In kurzer Zeit waren wir an der holländischen Grenze und auch in Nymwegen, einem netten Städtchen, mit alten Backsteinkirchen und Häusern; aber auch herrschaftlichen Häusern. Wir schliefen im Heim der Nymweger Pfadfinder. Abends saßen wir im Kreise mit den Holländern ums Feuer. Der Führer erzählte eine Geschichte und wir sangen Lieder. Am anderen Morgen hieß es scheiden, wir fuhren noch einmal durch die Stadt und dann weiter in Richtung Dordrecht. Es war ein herrlicher Sonnentag, aber ein wahrer Unglückstag. Unser heutiges Ziel war Rotterdam. Also frischen Muts voran. Schon vor Tiel am Waal kam das erste Unglück. Pastor fuhr mit einer Hand, mit der anderen trank er aus der Flasche. Plötzlich kam ein Stein, das Vorderrad dreht sich rum. Pastor liegt am Boden. Das Vorderrad ist vollkommen verdätscht. Er muß sich ein ganz neues einbauen lassen. Das kostet viel Geld und Zeit, aber es sollte nicht die letzte Panne sein. Wir fahren jetzt immer am Waal entlang, oben auf dem Damm. Da zwischen gabs noch ein paar Reifenpannen, die alle behoben wurden. In Gorinchem fährt Woff Rocher Karl ins Hinterrad - , er sitzt mit der Achse auf der Erde, das Hinterrad im rechten Winkel gebogen. Es wurde aber wieder gerade gebogen. Nach Gorinchem mußte ich dran glauben. Ein Steinchen kam zwischen Schlauch und Reifen, plötzlich gabs einen lauten Knall eine richtige Staubwolke und ich saß auf der Felge. 1 ½ Stunde mußte ich laufen um das tellergroße Loch zu flicken. Um 7 Uhr landeten wir endlich in Dordrecht. Im Heim der Dordrechter Pfadfinder schliefen wir. Am anderen Morgen trennten wir uns um schneller vorwärts zu kommen, denn mußten wir auch eher zu Hause sein. Ötsch, Pastor, Karl Tent und Ich.
Schloß Moyland.
Gegen Mittag waren wir in Rotterdam. Von hier gings weiter über Delft, der berühmten Porzelanstadt, nach Den Haag. Um 3.00 waren wir in Scheweningen. Wir aßen unser Brot am Strand. Nachher badeten wir noch, dann fuhren wir 15 km am Strand entlang. Als wir auf der Straße waren hatte ich Panne. Gegen 8.00 konnten wir nach Amsterdam starten. Wir hatten eine fabelhafte Straße. 10.00 Harlem. Um Mitternacht in Amsterdam. Das olympische Stadion besuchten wir bei nächtlicher Beleuchtung. Alles war still, nur die Fahnen flatterten im Wind. Da wir kein Quartier hatten, fuhren wir vor die Stadt und schliefen im Chausseegraben. Um 6.00 gings weiter nach Utrecht. 8.00 waren wir da. Danach kamen noch ein paar Pannen! Schlaftrunken kamen wir nach Arnheim u. Elten. Von hier mit der Bahn nach Essen.
Die Nymweger Scouts u. Wir.
In der Nordsee
Hirsche bei Utrecht
Beim Singen.
Elternfahrt nach Öfte.
Wie alle Jahre, so wurde auch in diesem Jahr eine Elternfahrt gemacht, und zwar in die herrlichen Wälder von Öfte. Wir zogen Morgens vor, bauten unser Zelt auf und probten noch einmal unsere Theaterstücke „Den Bauern und Knecht" und die „Gans". Nachmittags holten wir die Eltern von der Bahn ab, und tranken Kaffee. Dann führten wir sie zu unserer schönen Waldwiese. Scherz und Spiel hielten die Eltern dauernd in Spannung. Nach dem schönen Tag zogen wir gemeinsam mit den Eltern zum Bahnhof.
Theater.
Unser Zelt.
Ostlandfahrt.
vom 2.VIII. bis 5.IX.28.
Schon lange hatten wir uns auf die Ostlandfahrt vorbereitet. Im Winter hatten wir feste Literatur gelesen. Ötsch und Quecko waren schon vorher oben. Es sollte unsere beste Kreisfahrt werden. Anfahrt und Rückfahrt waren gemeinsam. Am Ende der Fahrt sollte ein Lager auf der kurischen Nehrung stattfinden, zusammen mit den Ostpreußen. Von unserer Gruppe gingen mit: Arthur, Karl Tent, Fritz Meyer, Erich, Bambus, Heinz, Günter, Wolf Roeser und ich. Arthur führte, Jack von Dortmund ging noch mit uns. Wir fuhren nach Berlin, blieben einen Tag da. Dann gings mit dem Zug nach Swinemünde. Von hier mit der Hanse Stadt Danzig nach Pil[.?.]. In Königsberg erhielten wir unsere Päße für Litauen. Dolf v. Königsberg fuhr mit uns nach Memel. Von Memel wollten wir nach Kowno. Also von Memel gings nach Heidekrug, dann nach Tauroggen. Auf dem Njemen fuhren wir von Jurborg aus nach Kowno. Einen Tag waren wir bei den Kownoern Pfadfindern zu Gast. Dann fuhren wir mit denen nach St[.?.]. Karl Tent verließ uns hier, denn sein Urlaub war abgelaufen. Wir gingen nun durch die Romintener Heide nach Lötzen. Dann fuhren wir mit dem Dampfer über die Masurischen Seen. Von hier wanderten wir durch die Schlachtfelder von Tannenberg Hohenstein entgegen. Nach der Besichtigung des Tannenberg Nationaldenkmals gings nach Allenstein. Nun fuhren wir mit dem Zug nach Marienburg. Dann weiter über Dirschau nach Danzig. Durch viele Bahnfahrt verteuerte sich die Fahrt auf 85,- M. In Danzig trafen wir Fritz. Nun gings nochmal nach Königsberg zur Nehrung. Von hier wieder über Berlin zurück.
Tempelhof
Brandenburger Tor
M. S. Hansestadt Danzig
Winterlager in den Alpen. 1928/29.
Unser diesjähriges Winterlager sollte in den Alpen sein! Jawohl in den Lechtaler Alpen. Wir schrieben nach Baden und Elligenalp. Wir sollten nur ruhig kommen. Für den Viehschein waren aber 10 Mann nötig. Also wurde alles versucht 10 Mann zu kriegen. Von uns fuhren mit Arthur, Pastor, Spatz, Erich, Wolf Roeser, Hellwig Schug und Ich, dann noch Kräch. Es sollte noch Onkel Hugo und 1 Mann mitfahren. Die ließen uns aber im Stich. Das war die erste Panne. Es sollten noch mehr kommen. Sonst sausten wir aber ganz vergnügt mit dem Münchener [.?.] südwärts. Gegen 24.00 waren in Kempten im Allgäu angelangt. Am nächsten Morgen gings mit dem ersten Zug weiter bis Reutte. Mit dem Omnibus wollten wir nach Bay im Lechtal fahren, aber der fuhr nicht. Also mußten wir laufen. Die Bretter untergeschnallt und losgerutscht. Wir kamen bis [.?.]. Am Morgen sollte der Aufstieg nach Baden stattfinden. Zuerst bis Elmen gings noch im Tal. Dann gings in die Höhe. Im Hochtal nach [.?.]. Um 16.00 waren glücklich angelangt. Nun nach Baden, zu Fuß 1 Stunde, waren wir froh als wir um 19.00 die Kirchglocken von Baden hörten. Noch waren wir nicht an unserem eigentlichen Lager. Am Morgen brachte uns ein Bauer nach unserer Sennhütte Pfaffler 1560 m hoch. So jetzt konnte die Herrlichkeit beginnen. Die Hütte war glänzend. Der Schnee war auch genügend hoch. Am Nachmittag wurde tüchtig geübt bis die Finger kalt waren. Dann gings in die warme Stube. Es wurde noch gekocht und dann wurde geschlafen. Am nächsten Morgen wuschen wir uns im kalten Bach, tranken Kaffee, dann wieder raus. Wir stiegen auf das Hahnentenjoch 1894 m. Schnell waren wir wieder unten. Ich fuhr nun einen steilen Hang hinunter blieb mit einem Ski hängen und brach mir mein Bein. Ich wurde in die Hütte getragen. Wir dachten es eine Verrenkung. Die andern liefen weiter, als Ferien zu Ende waren sah es bös aus. Ich blieb im Gasthaus.
Unsere Sennhütten
Die Teilnehmer.
Im Lechtal.
Am Übungshang.
10 Tage dann war es immer noch nicht besser. Ich fuhr dann allein nach Haus. „Spiralknochenbruch" hatte ich. Aber auch der heilte wieder. Aber fein wars doch.
Osterfahrt ins Münsterland.
Meine erste Fahrt. Die erste Fahrt der neuen Gruppe. Pastor, Ernst, Spatz, Bambus, Wolfgang und Ich dann noch als Gast Dolf aus Königsberg. Die Fahrt ging von Haltern über Dülmen, [.?.], Burgsteinfurt, Münster wieder nach Hause. Karl trafen wir in Burgsteinfurt. Die Witterung war mau.
Burgsteinfurt.
Bundestag Barby 1929
Pfingsten, Bundestag in Barby an der Elbe. Aus allen Gauen strömten sie herbei. Auch wir fuhren hin. Pastor, Ötsch, Spatz, Weiland, Heinz, Hugo, Wolf Roeser, Heinz Günter und Ich. Aus dem Ruhrkreis waren wir 40 und aus dem Hacketau auch 40. Vor Barby im Regen wurde die Gaufahne eingeweiht. Dann hörte es auf. Wir zogen über die Elbe in die Wälder. Eine breite Straße führt durch den Wald, links und rechts liegen die Zelte der einzelnen Gaue. Am Ende der Straße befindet sich die Kanzelei und Festwiese mit Sportplätzen. Wir bekamen nun Stroh und bauten unsere Zelte auf. Abends beim Feuer Begrüßung, dann krochen wir in die Zelte. Am andern Morgen um 7.00 auf, Freiübungen, Morgenkaffee und dann auf die Festwiese. Danach Sportkämpfe. Am Nachmittag. Entscheidung. Abends Theatervorführung in den Dünen. Spät kamen wir ins Zelt. Auch der nächste Tag war ein sonniger. Morgens hatten wir hohen Besuch. Der Bundesführer und Wilhem Hauer besuchten unser Lager. Nachmittags großer Lagerzirkus. Danach war Freizeit und Besichtigung der Zeltlager. Wir hatten die Ostpreußen eingeladen um die alte Bekanntschaft zu festigen. Dicht geschart saßen wir um das kleine Feuer, sangen Lieder und erzählten Geschichten. Der Bundestag war uns ein schönes Erlebnis, daß nur allzuschnell verging.
Auf der Festwiese
Bundesthing
Westfalenlager
Unser Lagereingang
Westfalen marschiert - - -
Gau Westfalen
Besprechung
Mittagessen
Unser Zelt
Sportwiese
Reiterkampf
Gulaschkanone
Indianertanz
Elbbrücke bei Barby.
An den Bundestag schloß sich unsere Harzfahrt. Wir hatten herrliches Wetter und eine blendende Gegend. Das erste Stück gingen wir mit Dolfs Gruppe zusammen. Am Morgen fuhren wir mit dem Zug von Barby nach Hemrode[=?]. Dann zu Fuß über Bad Suderode zum Hexentanzplatz. Nicht weit davon zelteten wir in Privatbesitz (10- M). Am andern Morgen gings ins Bodetal hinab. In der Bode wurde gebadeet. Mittags in Treseburg im Bodetal trennten wir uns. Wir zogen nun das Bodetal weiter hinauf bis Wendefurth hier zelteten wir Leuten aus dem Gau Nordmark. Der ganze Harz wimmelte von Freischärlern. Nun gings weiter nach [.?.], Elbingrode, [.?.]. Hier trafen wir Berliner, mit ihnen fuhren wir mit einem Lastauto nach Schierke. Dann stiegen wir zusammen auf den Brocken. Wir schliefen in der Vorhalle des Brockenbahnhofs, wurden aber rausgeschmissen, und durften in einer Schutzhütte, die ½ St. weiter lag, schlafen. Die Berliner zogen schon früh los, wir etwas später. Zuerst nach den Bismarckklippen, dann
Bernrode a. Harz
Hexentanzplatz
Das Bodetal
In der Bode
Roßtrappe.
Mit Ostpreußen in der Bode.
Über der Bode.
Der Brocken 1142 m.
Bismarckklippen
Am kleinen Brocken.
Im Okertal
Beim Mittagessen.
am Forsthaus Scharfenstein vorbei, über Molkenhaus nach Bad Harzburg. Von Harzburg wollten wir ins Okertal. Also stiegen wir wieder auf. In einem herrlichen Tannenwald zelteten wir. Am Morgen gings weiter durch den Wald nach Romkerfall im Okertal. Dann folgten wir dem Tal bis Oker. In der Stadt wurde eingekauft. Auch schon für den Geburtstag der morgen gefeiert werden sollte. Am Waldrand schlugen wir unser Zelt auf und brauten uns Tee. Morgen wollten wir schon früh in Goslar sein. Mit Kuchen und Kakao wurde der Geburtstag gefeiert. Dann zogen wir frisch und fröhlich in Goslar ein. Wir gaben unsere Sachen bei der Bahn auf, und zogen in die Stadt. Plötzlich kamen schwerbepackt die Ecke die Essener Mädchen. Sie wollten nach Hause fahren. Da blieb uns nichts anderes übrig als mitzufahren. Wohlbehalten trafen wir gegen 19.00 in Essen ein, um eine schöne Fahrt reicher.
Rathaus in Goslar
Zeltlager an der Östertalsperre.
Sommer 1929.
Mit Spanien hatte man uns angeschmiert. Unsere Großfahrt war dadurch ins Wasser gefallen. Wir machten deshalb ein Zeltlager, von einer Woche, an der Östertalsperre im Sauerland. Wir das heißt: Pastor, Karlchen, Bambus, Spatz, Horst, Heini Witt, Ich und Kräh. Waldbeeren in Hülle und Fülle. Wasser war auch genug. Die Gegend war einfach blendend. Wir fuhren mit Rädern hin. Kräh klotzte, und Spatz brachte mit der Bahn das große Mittener[=?] Zelt. Unser Lagerzelt. Die obere Hälfte wurde in Schlafkojen eingeteilt, links standen die Räder, rechts eine Bank mit Lebensmitteln, Büchern, Werkzeug und Sportgeräten. Morgens wurde in der Östertalsperre geschwommen, dann gabs Kaffee. Hiernach wurde Sport getrieben auf der großen Wiese an der Sperre. Mittags wurden die fabelhaft besten Sachen gekauft und verzehrt. Ruhepause, Streifzug durch den Busch, abends gemütliches Beisammensein am Feuer. Auch der Nordhelle, höchster Berg im Ebbegebirge, wurde ein Besuch abgestattet. Schnell war die Woche zu Ende. Die anderen fuhren wieder nach Hause. Ich machte noch einen kleinen Abstecher nach Leipzig.
Unser Zelt
Mittagessen im Lager
Die Teilnehmer am Winterlager
Winterlager auf dem Didoll.
Winter 1929/30.
Der Didoll ist für uns im Sauerland, der idealste Platz für ein Winterlager. Deshalb fuhren wir in diesem Jahr auch wieder zum Didoll. Die Schneeverhältnisse waren gerade nicht die günstigsten. Als wir ankamen konnten wir noch laufen, aber schon am nächsten Tag nur noch morgens. Wir ließen deswegen nicht die Köpfe hängen. Wir durchstreiften die Gegend, die auch ohne Schnee, ihre landschaftlichen Reize hat. Nach allen Seiten dehnen sich Wälder aus, in denen sich noch viel Wild aufhält. Mittags, wenn wir heim kamen, hatte Mutter Rehm schon unser Essen gekocht, so daß wir uns bloß an den Tisch zu setzen brauchten und beginnen konnten. Um etwas Abwechslung in die Sache zu bringen machten wir Schnitzeljagden. Abends saßen wir dann in der warmen Stube und lasen, spielten und erzählten uns etwas. Als besondere Spezialität entwickelte sich das Städteraten, bei dem es zu spannenden Kämpfen kam. Sylvester wurde auch gefeiert. Wir zogen hinaus und zündeten einen Holzstoß an. Von allen Seiten drangen Glockenläuten und Schüsse zu uns herauf. Neujahr gab es die übliche „Ballenfresserei" mit Kakao. Pro Kopf gab es 7-8 Ballen. Hierauf zogen wir wieder in den Wald diesmal ins Tal nach Wallau. Wir waren alle in bester Stimmung. Im Dauerlauf rannten wir über Stock und Stein bis zur ersten Lichtung. Hier standen am Waldrand ein paar riesige Tannen mit mächtigen Tannenzapfenbüschen. Die Bäume wurden erstiegen, aber an die Tannenzapfen kamen wir nicht. Aber unten lagen genug, es entbrannte ein festes Gefecht mit Tannenzapfen. Zuletzt artete dieses Gefecht in einen großartigen Kampf aus. Mit allen möglichen Mitteln wurde erbittert gekämpft. Blut floß in Strömen. Als dann die Höhe 164 erstürmt war, war der Kampf zu Ende. Eine Windjacke und eine Hose waren zerrissen. Um den helden[.?.] Kämpfern ein bleibendes Angedenken zu sichern beschlossen wir auf Höhe 164, einer kleinen Anhöhe, ein Kriegerdenkmal zu setzen. Ein steinerner Sockel, wurde unter Pastors Leitung aufgebaut. Oben drauf kam ein schlichtes Tannenkreuz. Am zweiten Tag wurde es feierlich eingeweiht, und steht unter dem Schutz des Försters.
Wir mit Familie Rehm
Unser Kriegerdenkmal.
Die Einweihung
Großfahrt nach Kärnten.
Herbstferien 1930.
Wieder einmal in die Alpen, und zwar eine Großfahrt. Die Verhältnisse lagen so, daß es diesmal sogar eine Kreisfahrt war. Kräh führte die Fahrt. Er war Ostern an Ötschs Stelle getreten. In Brilon waren auch die Essen-Wester aufgenommen worden. In Essen war nun ein Stamm mit 4 Sippen gegründet worden, aus 2 Essen-Wester und 2 Essen-Süder Sippen. Vom Stamm gingen 15 Mann mit. Die Essen-Wester unter Männes Führung. Erich mit 2 Mann aus seiner Sippe. Und aus Karlchens Sippe Horst, Bayer, Schiesse, Timmer und Heinz-Günter unter meiner Führung. Die Jungmannschaftsgruppe hatte die Fahrt vorbereitet. Zuerst fuhr der Ruhrkreis geschlossen zum Bundeslager nach Ludwigswinkel in der Pfalz. Ungefähr 45 Mann. Im Ganzen waren etwa 800 Jungen im Lager. Wegen spinaler Kinderlähmung wurde das Lager auch noch auf 2 Tage nach Annweiler verschoben. Von hier aus gings geschlossen weiter nach München. Die Vorausfahrer verließen uns hier. Der Rest fuhr weiter nach Salzburg. Nun gingen die einzelnen Gruppen auf eigene Faust los. Ein Teil ging durchs Salzkammergut nach Kärnten. Und wir wollten am Großglockner vorbei. In Klagenfurt sollte sich der ganze Kreis wieder treffen. Dann sollte ein gemeinsames Lager stattfinden. Wir zogen also zuerst einmal über Berchtesgaden zum Königssee. Wir wollten über das Steinerne Meer nach Saalfelden. Wegen Neuschnees mußten wir über Ramsau. Am Zeller See vorbei nach Brück im Salzachtal. Und weiter gings im Fuscher-Tal über Fusch nach Ferleiten. Von hier wurde das Glocknergebiet durchquert. Im 8 stündigen Marsch erreichten wir über die Pfandelscharte (2665 m), das Glocknerhaus. Über Heiligenblut, Winklern tippelten wir das Mölltal immer abwärts, weiter über Obervellach ins Drautal. Im Drautal gings weiter über Spittal, Villach am Wörther-See vorbei nach Klagenfurt. Am 20. August traf sich der ganze Kreis. Am Faakersee wurde ein Lager gemacht. Ein kleiner Abstecher nach Jugoslawien wurde gemacht. Dann traten wir den Rückweg an. Zuerst ging es nach Villach, dann zur Turracher-Höhe über Afritz, St. Peter, Wiedeng. Nun ins Murtal hinab nach Predlitz. Über Ramingstein, Tamsweg, Mauterndorf, Tweng dann durch die Radstädter Tauern nach Radstadt. Im Salzachtal nach Salzburg, München, Essen.
Bilder von Ludwigswinkel.
An der Lagerfahne
Der Lagerchor
Ruhkreis Zelte
Lager in Annweiler
Burg Trifels
Salzburg
Schloßbrunnen
Hohensalzburg
Im Schloßpark Mirabell
Blick von der Hohensalzburg
Ferleiten an der Glocknergruppe
Große Wäsche
Ferleiten
Baumgrenze
Auf dem Weg zur Scharte.