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Fotoalbum Max Siegellack

Max Siegellack wurde am 20. Oktober 1917 in Köln geboren. Seine Eltern Rafael und Lotte Sarah waren mit Tochter Rosa erst während des Ersten Weltkriegs aus Polen nach Köln übersiedelt, um hier Schutz vor dem dort massiv erfahrenen Antisemitismus zu finden. In Köln betrieb das Ehepaar Siegellack im Viertel um den Griechenmarkt, wo sich zahlreiche ostjüdische Einwanderer niedergelassen hatten, ein Lebensmittelgeschäft.

Nach 1933 wurde die Situation der Familie, die zwischenzeitlich vier Kinder zählte, immer schwieriger. Im Oktober 1938 wurde Vater Rafael im Rahmen der „Polen-Aktion" ins polnische Neu-Benschen deportiert; wo er 1939 unter ungeklärten Umständen starb. Mutter Sofia floh noch 1938 mit den Kindern Klara und Simon nach Antwerpen, wo sie 1940 von der Wehrmacht eingeholt wurden. Simon wurde im Rahmen der „Euthanasie" ermordet, Klara starb 1940 auf der Flucht und Sofia wurde nach Auschwitz deportiert und umgebracht.

Rosa Siegellack war bereits 1936 nach Antwerpen emigriert, tauchte 1940 dort unter und überlebte den Krieg. Ihrem Bruder Max, dem Fotografen der hier präsentierten Bilder, gelang 1939 die Emigration nach Palästina. 1957 kehrte er nach Köln zurück. Max Siegellack starb im Jahr 2002.

Er war zunächst Mitglied im streng religiösen Esra, wechselt zum Jung-jüdischen Wanderbund und kam schließlich im Alter von 16 oder 17 Jahren zum Hashomer Hazair, einem zionistisch-sozialistischem Jugendbund, der deutschlandweit in acht Ortsgruppen rund 800 Mitglieder zählte. Max Siegellack hielt sich regelmäßig im jüdischen Jugendheim am Mauritiussteinweg auf.

Da er Lehrling im renommierten Kölner Fotogeschäft Brenner und zudem stolzer Besitzer einer Kamera war, wurde er dort nach eigner Aussage zu einer Art „Hoffotograf", der auch von anderen Gruppierungen gern um Fotos gebeten wurde, die zum Teil auch Eingang in das hier präsentierte Fotoalbum fanden.

Dieses liebevoll gestaltete Album, das er 1939 mit nach Palästina nahm, ist im Übrigen das einzige Erinnerungsstück, das von der gesamten Familie Siegellack die NS-Zeit überdauert hat. Es ist im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln archiviert.