Schule: „Jungen und Mädchen waren getrennt durch eine lange Mauer.“

Die strenge – auch räumliche - Trennung zwischen Jungen und Mädchen ist das, an was sich Willi Strunck mit Blick auf seine Zeit auf der Volksschule Apostelnkloster am deutlichsten erinnert. „Jungen und Mädchen waren getrennt durch eine lange Mauer. Aber es gab auch einen Durchblick und das war immer sehr interessant da.“ Ansonsten verlaufen die ersten vier Jahre seines Schülerdaseins völlig problemlos und erfolgreich. Während seiner Volksschulzeit, so erinnerte sich Willi Strunck später, habe er sich – gänzlich anders als in seiner späteren Schullaufbahn – zu einem regelrechten „Musterschüler“ entwickelt. Folgerichtig empfiehlt seine Klassenlehrerin seinen Wechsel auf das benachbarte Apostelgymnasium.

Diese Schule, auf die Willi 1930 wechselt, ist streng katholisch ausgerichtet. Die Zahlung des Schulgeldes stellt trotz aller finanziellen Engpässe für die Familie kein Problem dar, denn aufgrund des Kinderreichtums wird es erheblich reduziert.

1939 wird das Apostelgymnasium aufgelöst. Es muss einem großangelegten Straßendurchbruch weichen, was den lokalen NS-Machthabern sehr entgegenkommt, da ihnen die katholische Schule ein steter Dorn im ideologischen Auge ist. Die Jungen werden auf verschiedene Kölner Schulen verteilt, wobei die höheren Klassen, die auch Willi besucht, auf das städtische Schiller-Gymnasium wechseln.

Dort ist das politische Klima ein anderes und die Schüler sind Mitglied in der HJ. Weil Willi als einer der ganz wenigen Schüler diesen Schritt nach wie vor verweigert hat, handelt er sich erheblichen Ärger mit der Schulleitung ein. Der Direktor versucht 1940 vergeblich dessen Zulassung zum Abitur zu untersagen. Das jedoch misslingt, und dem aufgrund seiner zahlreichen anderen Interessen mittlerweile schwachen Schüler Willi, der die Oberprima wiederholen muss, gelingt es im Sommer des Jahres mit Ach und Krach die Abiturprüfungen zu bestehen. Als Berufswunsch gibt er in seinem Bewerbungsschreiben zum Abitur „Offizier“ an.