Verliebt – verlobt – verheiratet: „Wir bauten uns im Miteinander eine kleine, heile Welt“
Im Februar 1940 trifft Willi auf die Liebe seines Lebens, als er als „Ersatz-Mannsbild“ die Laienspieljahr unterstützt, die im Kapitelsaal der Pfarrei St. Maria im Kapitol probt. Maria Blum wird seine heiß verehrte Freundin. „Ich weiß nur“, schreibt Willi Strunck später in der „Familien-Chronik“, „dass mit unserer Begegnung für mich ein neues Leben begann.“ Selbst das Kriegsgeschehen und die Lage der zahlreichen Freunde an den Fronten traten angesichts seiner Verliebtheit zumindest zeitweise in den Hintergrund. „Wir hatten uns beide und damit vollauf genug. Wir bauten uns im Miteinander eine kleine, heile Welt, nur für uns und ganz streng abgeschirmt.“
Bis Anfang Oktober 1940, als Willi zur Wehrmacht eingezogen wird, hat das junge Paar Zeit, sich näher kennenzulernen. Schon früh sind beide sich sicher, die Zukunft gemeinsam verbringen zu wollen. Seinen profanen Ausdruck findet dieser Entschluss in der Anlage eines gemeinsamen Sparbuchs, auf das auch Teile von Willis Wehrsold fließen. Allerdings beginnt im Oktober die lange Phase des „Sich lieben und nicht beisammen sein“.
Auf eine schwere Belastungsprobe wird die langsam wachsende Beziehung durch den deutschen Überfall auf die Sowjetunion gestellt. Gerade, als sich Maria und Willi in ihrem Briefverkehr beginnen, sich endgültig einer gemeinsamen Zukunft zu nähern, wird er an die Ostfront versetzt, wodurch eine lange Zeit der Unsicherheit und Angst beginnt.
Erst Ende Oktober 1941 sieht Willi nach 390 Tagen in seinem ersten „Heimaturlaub“ Köln und insbesondere „seine“ Maria wieder, mit der er sich – nachdem nun endlich auch die Familien von der Beziehung der beiden Liebenden erfahren haben - während dieses Urlaubs verlobt. Es dauerte kriegsbedingt weitere zwei Jahre, bis im September 1944 die Hochzeit gefeiert werden kann, bei der die Braut ein Kleid aus der Seide eines amerikanischen Fallschirms trägt, den Willi aus Bosnien mitbringt.
