Feldpost - Ich glaube es war gut für den einen und für den anderen“
Der „Kreis" der Steelenser Pfarrjugend steht während des gesamten Krieges untereinander in engem Briefkontakt. Neben den Erlebnissen an Front und „Heimatfront" werden auch Glaubensfragen thematisiert. „Aus den Briefen geht hervor: ‚Gott befohlen, der eine, wie der andere'", erläutert Anna Büse.
„Wie weit man Halt geben kann, das weiß man nicht, wenn man schreibt", fährt sie mit Blick auf diese Kriegskorrespondenz fort. Dass diese Briefe zumindest einigen der „Kreis"-Angehörigen Halt, Trost und Lebensmut spenden und so durchaus existenzielle Bedeutung gewinnen können, belegt das Beispiel von Hugo Kreutzers, der eindrücklich beschreibt, welch zentrale Bedeutung ihnen für seine Person beizumessen ist.
Einmal Anna gemeinsam mit anderen jungen Frauen der Steelenser Pfarrjugend „ein kleines Heftchen" zusammen. Dafür bearbeitet jede ein Thema und zusammen mit Predigten von Graf Galen wird es dann als Rundbrief „an die Soldaten nach draußen geschickt." Antrieb dazu ist der Wunsch, dass „die Leute an der Front auch mitbekommen, was hier passiert". Eines gewissen Risikos ist man sich dabei durchaus bewusst gewesen, aber „wir hielten das für notwendig", erklärt Anna Büse rückblickend und kann berichten, dass sie und ihre Freundinnen von Überwachung und Denunziationen verschont geblieben sind.
Erst in den letzten Kriegsmonaten bricht dieser Briefkontakt zwischen den Steelenser Jugendlichen aufgrund des Kriegschaos' ab..
