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Frank Russel

geborene Günther Rosenbaum
geb. in Essen 1920

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Frank Russel (Günther Rosenbaum) (1920)

Frank Russell wird am 1. Oktober 1920 als Günther Rosenbaum in Essen-Steele geboren. Seine Eltern Moritz und Lina Rosenbaum betreiben ein Textil- und Stoffgeschäft. Der Vater ist außerdem Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Essen-Steele.

Frank besucht zunächst die jüdische Volksschule in Essen-Steele, später eine allgemeine Volksschule, um 1931 auf das Carl-Humann-Gymnasium zu wechseln. Die Schulzeit ist schwierig für den jüdischen Jungen; insbesondere weil ihn die nicht-jüdischen Mitschüler meiden. Nach der NS-Machtübernahme bedrücken alltägliche Ausgrenzung und Boykottmaßnahmen das Familien- und Geschäftsleben derart massiv, dass Moritz Rosenbaum bald keinen Ausweg mehr sieht und im November 1935 Selbstmord begeht.

Lina Rosenbaum muss das Geschäft verkaufen. Die Familie zieht um, während Frank das Gymnasium verlässt und zur Vorbereitung auf seine Auswanderung auf die Berliner ORT-Schule wechselt. Am 5. Mai 1939 erreicht er als jüdischer Emigrant das Londoner Exil. Seine Schwester Lieselotte dagegen flüchtet mit ihrem Ehemann nach Palästina. Die Mutter bleibt in Essen, von wo sie im November 1941 nach Minsk deportiert und dort ermordet wird.

Frank Russell kommt zum Ende des Krieges mit der britischen Armee wieder nach Deutschland und arbeitet einige Jahre für die britische Militärregierung in Berlin. Nach Beendigung der Militärzeit kehrt er in seine neue Heimat London zurück.

 

zuletzt bearbeitet am: 21.04.2016