Folge 1: Bernhard Rust (9.4.1938)
Dieser aus drei Schallplatten mit insgesamt vier bespielten Seiten bestehende Beitrag wurde am 9. April 1938 von der Reichsrundfunkgesellschaft aufgezeichnet. Die Matrizennummern lauten 44899 bis 444902. Veröffentlicht wurde er auf dem Weißlabel der „Polydor“ unter der Nummer 3816 (I bis IV)
Es handelt sich um eine Unterhaltung zwischen Otto Freundorfer[1] und Rechtsanwalt Dr. Hans Glauning[2] „über die Erziehungsgrundsätze des Dritten Reiches (Formung des deutschen Menschen) unter besonderer Würdigung des Werdeganges und der Leistungen des Reichsministers Bernhard Rust“. Die Aufnahme in einer Länge von 12:49 Minuten wurde im Reichserziehungsministerium aufgenommen.
Bei dem Beitrag handelt es sich um die erste Folge der neuen, monatlich über den Kurzwellensender ausgestrahlten Sendereihe „Deutsche Jugenderziehung“, deren Konzept in der Anmoderation vorgestellt wird.[3]
Inhaltlich geht es um Reichserziehungsminister Bernhard Rust, dessen Lebenslauf und darum, wie er zur NS-Bewegung gefunden hat. Außerdem wird die Gründung des Reichserziehungsministeriums behandelt und dessen Bedeutung für die „neue deutsche Erziehung“ betont, die sich im der „segensreichen Wirkung des Landjahres“, neuen Formen der Lehrerausbildung, den nationalpolitischen Erziehungsanstalten, dem Reichsarbeitsdienst sowie der Wehrmacht als Erziehungsfaktoren niederschlagen würde.
[1] Otto Freundorfer war ab 1926 im Münchner Sender als Reporter und Sprecher tätig. (vgl. https://www.swr.de/-/id=12101018/property=download/nid=660374/ht3rtd/swr2-wissen-20131029.pdf).
[2] Hans Glauning wurde am 7. März 1906 in Plauen geboren und verstarb am Juni 1973 in Großgmain. Seit 1925 studierte er in Marburg Jura und wurde 1926 Mitglied der dortigen Burschenschaft „Germania“. Nach Abschluss seines Studiums wurde er Rechtsanwalt, einen Beruf, den er bis zu seinem Tod am 7. Juni 1973 ausübte. Glauning wandte sich früh der Politik zu und trat bereits 1926 der NSDAP bei und gründete noch im gleichen Jahr den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB), deren stellvertretender Reichsgeschäftsführer er wurde. Ab 1934 fungierte Glauning als Reichsführer der Deutschen Burschenschaft und sorgte im Oktober 1935 dafür, dass die Burschenschaften in die vom NSDStB gegründeten Kameradschaften überführt wurden. Daraufhin löste sich die Deutsche Burschenschaft am 18. Oktober 1935 formell auf der Wartburg auf. Dadurch selbst ohne Amt, wurde er zum persönlichen Referenten des Reichserziehungsministers Bernhard Rust ernannt und somit Reichsbeamter. Nach dem Krieg wurde er wieder als Rechtsanwalt tätig. (https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Glauning_(NS-Funktion%C3%A4r))
[3] Angaben nach Schallaufnahmen der Reichs-Rundfunk GmbH von Anfang 1936 bis Anfang 1939, S. 214