Familie: „St. Martin als das Vorbild eines Mannes, der armen Leuten half“

Karl-Heinz Kranz kommt als zweiter Sohn des Ehepaars Gisbert und Berta Kranz am 8. April 1924 in Steele zur Welt. Außer dem älteren Gisbert junior, zu dem er ein inniges Verhältnis entwickelt, hat Karl-Heinz noch zwei jüngere Brüder. Die Eltern führen in der Humannstraße in Steele ein Eisenwarengeschäft, von dem die Familie sehr gut leben kann.

Das Elternhaus ist sehr religiös geprägt, wollte Vater Gisbert ursprünglich doch einmal Pfarrer werden. Stattdessen nimmt er am Ersten Weltkrieg teil und heiratet nach seiner Rückkehr 1919 Berta Zilges, um dann das elterliche Eisenwarengeschäft in Steele zu übernehmen.

Die Familie wohnt über dem Geschäft in der Humannstraße in einer Achtzimmerwohnung. Im zweiten Stock wohnen Mieter, im dritten lebt in einer Zweizimmerwohnung mit eigenem Eingang der Großvater.

Der katholische Glaube bestimmt das Leben der Familie in weiten Teilen und durchzieht den gesamten Alltag. Schon von den Kindern wird erwartet, dass sie „Caritas" lernen und „von allem an andere abgeben", auch vom eigenen Taschengeld. Tischgebete gehören zu jeder Mahlzeit, der Tag beginnt und endet ebenfalls mit einem Gebet.

Wirtschaftlich geht es Familie Kranz auch zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise verhältnismäßig gut. Der zeitgleiche Aufstieg des Nationalsozialismus wird dabei mit Sorge beobachtet, nicht zuletzt, weil die gesamte Familie politisch der Zentrumspartei sehr nahesteht.