Elternhaus und Familie: „Mein Vater war sehr konträr eingestellt.“

Wilhelm Strunck charakterisiert sein Elternhaus rückblickend als sehr intakt. Es habe, so betont er, stets einen guten Zusammenhalt zwischen den einzelnen Familienmitgliedern gegeben, wobei ihm insbesondere sein älterer Bruder Heinz als Vorbild gedient habe. In der Familie, die ein Hausmädchen beschäftigt, wohnen auch zwei Gesellen der väterlichen Gärtnerei, die mit verpflegt werden müssen.

Die Religion spielt im Alltag von Familie Strunck eine große Rolle. Vor allem Mutter Agnes ist seine sehr gläubige Frau, aber auch Vater Heinrich ist aktiv und Mitglied im Kirchenvorstand. Darüber hinaus engagiert er sich ehrenamtlich in sozialen Angelegenheiten und ist Ansprechpartner für Probleme in der Nachbarschaft. Jeden Sonntag besucht die Familie um 7.00 Uhr morgens wie selbstverständlich gemeinsam die Messe.

Die Wirtschaftskrise macht sich ab 1930 auch in der Familie immer deutlicher bemerkbar und das verfügbare Geld wird immer knapper. Entsprechend knapp fallen die Einkäufe aus. Einmal wird Willi losgeschickt, um für den achtköpfigen Haushalt ein halbes Pfund Margarine zu kaufen, weil das Haushaltsgeld für mehr nicht reicht.

Weitaus schwerer wiegt jedoch ein anderer Einschnitt: Mutter Agnes erkrankt an Brustkrebs und ihre vier Söhne, deren Altersunterschied jeweils fünf Jahre beträgt, wechseln sich über zwei Jahre hinweg mit ihrer häuslichen Betreuung ab, bis ihre Mutter 1936 stirbt.

Vater Heinrich unterstützt seine vier Söhne nach dem frühen Tod der Mutter nach Kräften, wobei er von zwei seiner Schwestern unterstützt wird. Sein Vater, so berichtet Wilhelm Strunck, habe ihm und seinen Brüdern geholfen, wo er gekonnt habe. Das fällt ihm nicht zuletzt deshalb immer schwerer, weil das verfügbare Einkommen immer knapper wird. Seine Ursache hat der erhebliche Einnahmeverlust darin, dass die Friedhofsarbeiten nicht von privaten Gärtnereien, sondern nur vom zuständigen Amt der Stadt Köln ausgeführt werden dürfen.

Als dann der Krieg beginnt, ist der Vater aufgrund seiner Erfahrungen im 1. Weltkrieg mit dieser Politik nicht einverstanden: „Mein Vater war sehr konträr eingestellt!“