Heimkehr und Neuanfang: „Ungelernter Arbeiter mit Abitur“

Als Willi Mitte Juni 1945 nach Bergisch Gladbach zu seiner schwangeren Frau Maria zurückkehrt, hat er noch keinerlei konkrete Nachkriegspläne. Er, der „ungelernter Arbeiter mit Abitur“, ist ratlos, welchen beruflichen Weg er einschlagen soll, zumal er ja sehr bald eine eigene Familie zu ernähren hat.

Ein Studium ist unter den Bedingungen der unmittelbaren Nachkriegszeit praktisch ausgeschlossen. Stattdessen nimmt er auf Vermittlung seines Schwagers bei der Stadtverwaltung Bergisch Gladbach eine Stellung als ungelernter Arbeiter an. Obwohl er mit Erfolg Weiterbildungslehrgänge besucht und bald zum Leiter der Hauptabteilung aufsteigt, gibt es für ihn keine Planstelle. Diese sind den inzwischen entnazifizierten früheren Beamten vorbehalten.

Immerhin gelingt es dem jungen Ehepaar mit Glück und Beziehungen, eine Zweizimmerwohnung zu beziehen. Weil sie sich aber mehr Kinder und das dazugehörige Eigenheim wünschen, sind die Struncks auf eine verlässliche und gut dotierte Einkommensquelle angewiesen. Daher versucht er in der freien Wirtschaft Fuß zu fassen.

Er arbeitet in verschiedenen Betrieben und bringt es dort zum bis zum Prokuristen, Betriebsleiter und Verkaufsdirektor, bis er mit 65 Jahren in Rente geht. In der Zwischenzeit sind vier Kinder geboren und ein großes Eigenheim in Bergisch Gladbach errichtet.