Unser Arbeitsdienst (1934)
Dieser auf eine Schallplatte gepresste Beitrag wurde am 15. November 1934 von der Reichsrundfunkgesellschaft aufgezeichnet (Aufnahmeliste „gn“ mit den Matrizennummern 2477 und 2478). Veröffentlicht wurde er auf dem Weißlabel der „Polydor“.
Der Beitrag in Länge von 5:47 Minuten wird bestritten von Konstantin Hierl, der zu diesem Zeitpunkt noch als Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium fungierte.
Der Arbeitsdienstpflicht, die führt Hierl aus, sei nicht der Arbeitslosigkeit entsprungen, sondern „ureigenster Gedanke“ der NS-Idee. Im Arbeitsdienst verwirkliche die Jugend NS-Ideale („Arbeit höher als Genuss“ – „Dienen statt Verdienen“) und strebe an, die soziale Frage durch die Tat zu lösen. Durch das gemeinsame Leben im Lager würden die „alten Klassenschranken“ beseitigt und dessen Insassen würden sich von der „materialistischen Auffassung“ lossagen. Arbeit würde so zum „segensreichen Inhalt“ des Lebens.
Der Arbeitsmann werde künftig zum „Typ des neuen deutschen Arbeiters“, der selbstbewusst und opferbereit als „Soldat der Arbeit“ auftrete. Der Arbeitsdienstpass symbolisiere den neuen Adelstitel, der für den „Ehrendienst am Volke“ verliehen würden. So fände eine durch Internationalismus irregeleitete Jugend ihren Weg zum nationalen Sozialismus.
Noch einer weiteren Entwicklung gelte es entgegenzuwirken: Es zeichne sich eine „ungesunde Verstädterung“ ab, durch die „unser Volk rassisch zu verderben“ drohe. Hier wirke der RAD entgegen: „Jugend griff zu Hacke und Spaten, um deutschem Blut auf deutschem Boden Leben und Zukunft zu sichern. Volksfremder Materialismus hat unser nationales Leben verflacht und vergiftet. Jüdisches Gift und patriotischer Kitsch wird verdrängt durch nationale Kultformen.“
Der Arbeitsdienst sei „die große Volkserziehungsschule“. In nicht ferner Zukunft werde die Arbeitsdienstpflicht so normal wie die Schulpflicht. Sie sei Ausdruck einer neuen Zeit, in der die „erdbraunen Kolonnen des Arbeitsdienstes“ künftig „treu und gehorsam“ hinter dem Führer marschieren würden und: „das ganze deutsche Arbeitsvolk wird ihnen folgen“.