Das kulturelle Wollen der Hitlerjugend (1936)
Diese Schallplatte mit dem Titel „Das kulturelle Wollen der Hitlerjugend“ wurde am 29. Februar 1936 im Raum VII der Studios der Deutschen Grammophon in der Lützowstr. 111 in Berlin aufgenommen. (Matrizennummer 2886 - GN/DG). Veröffentlicht wurde sie auf dem Weißlabel der „Polydor“.
Sprecher ist Obergebietsführer Carl Cerff[1], zunächst Leiter der Abteilung R (Jugend- und Schulfunk) in der Reichsjugendführung, dann ab 1935 Leiter des Kulturamtes der RJF und außerdem Beauftragter der Reichssendeleitung.
Mit dem „weltanschaulichen Umbruch“ in Deutschlang habe sich 1933 auch eine Neugestaltung des kulturellen Lebens vollzogen. Insbesondere aus der Hitlerjugend würden nun die jungen Künstler hervorgehen, „die die Verpflichtung spüren, ihre Begabung in den Dienst des Volkes stellen“ und mit ganzer Kraft „an der großen Volkwerdung“ mitwirken möchten. „Wir verlangen heute von unseren Künstlern, dass sie die Harmonie von Wollen und Können (d.h. von weltanschaulicher und leistungsmäßiger Verpflichtung) in sich verkörpern.“
Die notwendige einheitliche Ausrichtung von kulturellen Veranstaltungen der Hitlerjugend verfolge das Ziel, dass der Künstler im Menschen „das Höchste zum Erklingen bringen“ solle. Dabei behandele die nationalsozialistische Erziehungsarbeit den Menschen nicht als Einzelindividuum, sondern „als Teil des Ganzen“. Auch die Künstler würden ihre Kraft zum Schaffen aus der Gemeinschaft schöpfen, in die sie eingebunden sind. Abschließend zitiert Cerff den Schriftsteller und NS-Kulturfunktionär Hanns Johst: „Wir sind der Schritt der kommenden Zeit, wir Jungen / Wer uns gewann, hat Ewigkeit errungen.“
Der Beitrag hat eine Länge von 3:21 Minuten.
[1] Der 1907 geborene Carl (oder: Karl) Cerff trat bereits 1922 in die SA und 1926 in die NSDAP ein. 1928 wurde er Führer der Hitlerjugend in Heidelberg und fungierte zwischen 1931 und 1932 als HJ-Propagandaleiter für den Gau Baden. Zudem war er als Reichsredner für die NSDAP und die HJ aktiv. Nach der NS-Machtübernahme wurde Cerfff ab Mai 1933 in der Reichsjugendführung aktiv, wo er die Abteilung R (Jugend- und Schulfunk) leitete. Zwei Jahre später übernahm er im Range eines HJ-Obergebietsführers das Kulturamt der Reichsjugendführung und war außerdem ihr Beauftragter bei der Reichssendeleitung. Seit 1938 war Cerff Chef diverser Hauptämter, zunächst des Hauptamtes Kultur der NSDAP-Reichsleitung und seit 1942 des Hauptamtes der Reichspropagandaleitung der NSDAP. In dieser Funktion war er zugleich Reichskulturwalter in der Reichskulturkammer. Nach seiner Ernennung zum Ministerialdirektor war Cerff 1944 im Reichspropagandaministerium tätig.