Bevölkerungspolitik als Lebensfrage der deutschen Zukunft
Diese Schallplatte mit dem Titel „Bevölkerungspolitik als Lebensfrage der deutschen Zukunft“ wurde am 14. August 1935 im Raum VII der Studios der Deutschen Grammophon in der Lützowstr. 111 in Berlin aufgenommen. (Matrizennummer 316 und 317 – GO/DG). aufgenommen. Veröffentlicht wurde sie auf dem Weißlabel der „Polydor“.
Sprecher ist Dr. Walter Groß[1], Leiter des Rassepolitischen Amtes der NSDAP.
Auch der „letzte Deutsche“, so die Forderung von Groß, müsse weltweit über die rassepolitische Arbeit des NS-Regimes Bescheid wissen. Die NS-Politik wolle Leben, Zukunft und die Größe des deutschen Volkes sichern, indem sie die „blutmäßigen“ Gefahren - wie etwa Geburtenrückgang, „Überwuchern untüchtiger Erbanlagen“, oder eine „hemmungslose Vermischung mit völlig fremden Rassenelementen“ - überwinden würde.
All dies Faktoren stellten laut Groß eine „tödliche Bedrohung“ dar. Auch in anderen Ländern wären diese Gefahren zu beobachten. Diese Staaten würden entweder entsprechende Maßnahmen ergreifen oder bald „zugrunde gehen“. Als wichtigste Voraussetzung nennt Groß eine ausreichende Kinderzahl in „erbgesunden“ Familien. Ein Geburtenrückgang sei stets der „Anfang vom Niedergang eines Volkes“. In vielen auslandsdeutschen Siedlungen wie auch im Reichsgebiet selbst seien stark sinkende Zahlen zu beklagen.
Es seien Erziehung und Propaganda sowie wirtschaftliche Maßnahmen erforderlich, um den „Sinn des Volkes“ für diese Problematik zu wecken und zu schärfen. Eine zentrale Aufgabe, so Groß, sei die Verhinderung „erbkranken Nachwuchses“. In allen Kulturländern würden bedauernswerte Menschen leben, die der Allgemeinheit zur Last fielen. Auch in Deutschland seien erhebliche Mittel für solche Erbkranke aufgewendet worden, weshalb das „Gesetz zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses“ mit der Möglichkeit der Unfruchtbarmachung erlassen worden sei. Damit bestehe nunmehr die Gewissheit, dass mit dem Tod behinderter Menschen sehr bald auch deren Krankheit endgültig auslöscht würden. Die Geldmittel, die bislang für deren Pflege aufgewendet werden müssten, würden in Zukunft dann für „gesunde Familien“ zur Verfügung stehen.
Schließlich betonte Groß noch, dass Nachfragen aus dem Ausland wegen des Vorgehens gegen die jüdische Bevölkerung ungerechtfertigt seien. Es handele sich dabei um eine innenpolitische Angelegenheit. Diese notwendigen „Reinigungsmaßnahmen“ seien eine rein deutsche Sache ohne jedes Recht auf fremde Einmischung.
Die Dauer der Aufnahme beträgt 8:29 Minuten.
[1] Der 1904 geborene Walter Groß schloss sein Medizinstudium 1928 mit der Promotion ab. Bereits 1925 in die NSDAP eingetreten, gehörte er seit 1932 dem NS-Ärztebund an. Seit 1932 war er Mitarbeiter der Abteilung „Volksgesundheit“ der NSDAP-Reichsleitung. Ein Jahr später gründete und leitete er das „Aufklärungsamt für Bevölkerungspolitik und Rassenpflege“, das im Mai 1934 in „Rassenpolitisches Amt der NSDAP“ umbenannt wurde. Seit 1936 war Groß Mitglied des Reichstages. Er war einer der wichtigen Autoren in der Anfangsphase der „Nationalsozialistischen Monatshefte“ und Verfasser bzw. Herausgeber mehrerer antisemitischer Schriften wie etwa „Rasse und Politik“ (1934) oder „Der Weltenumbruch im jüdischen Mythos“ (1936).