Nachkriegszeit: „Wir waren keine Helden. Wir haben Glück gehabt.“

Gefühle wie „Nationalstolz“ kann Franz-Josef Blum erst Jahrzehnte wieder zulassen entwickeln konnte. Das dauerte nach seiner Aussage fast bis zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahr 1989.

In die Verbrechen des NS-Regines war seine Familie nicht verwickelt, woraus er jedoch keinerlei Stolz ableitet. „Wir waren keine Helden. Wir haben Glück gehabt, dass es zu keiner Katastrophe gekommen ist.“ Dabei betont Franz-Josef Blum, dass er die Frage, wie er gehandelt hätte, wenn von ihm etwas verlangt worden wäre, was seinen Überzeugungen widersprochen hätte, offen lassen müsse.

Direkt nach dem Krieg und noch unter dem Schock der Gräuel und der Niederlage dominiert in der Bevölkerung eine eindeutige Meinung: „Nie wieder Krieg! Keine Waffen!“ Unter solchen Vorzeichen wird seit Beginn der 1950er Jahre das Thema der Wiederbewaffnung auch in Franz-Josef Blums Umfeld intensiv diskutiert.

Zu diesem Zeitpunkt hat er in einem einjährigen „Sonderlehrgang“ längst sein Abitur nachgeholt. Außerdem leitet er im Sinne des „Bund Neudeutschland“ eine Gruppe von 14-jährigen Jungen, mit denen er Fahrten unternimmt, die er bis 1939 selbst gemacht hat. Nach dem Abitur studiert Franz-Josef Blum zunächst ein Semester Theologie, merkt aber schnell, dass das nicht das richtige Fach für ihn ist. Nach einer Phase des Suchens an den Universitäten Bonn und Köln und dem Scheitern in der Prüfung zum Philosophikum gibt er das Studium auf. Nachträglich bedauert er aus dem beschaulichen Bonn nach Köln und an dessen große und anonyme Universität gewechselt zu sein.

Ab 1953 baut er in kirchlichen Diensten die Diözesanfilmstelle auf, die – zu seinem Stolz – nach Aussage von Kardinal Höpfner zur „größten Stelle dieser Art in der Weltkirche“ wird. Hier bleibt Franz-Josef Blum bis zum Renteneintritt tätig.