Volksschule: „Ich bin gern in die Schule gegangen“

In der Volksschule in Essen-Königssteele ist Marianne Görres eine herausragende Schülerin und geht entsprechend gern zum Unterricht. Da sie gute Leistungen bringt, wird sie von der Lehrerschaft zum Teil bevorzugt, was ihr selbst aber eher unangenehm ist. Mit dem Umzug nach Steele muss das 9-jährige Mädchen auch die Schule wechseln.

 

Fortan besucht sie die dortige Laurentiusschule. Die Umstellung fällt ihr schwer, da sie nun Mitglied in einer ihr unbekannten Gemeinschaft wird und nicht der Typ Mensch ist, der offen auf fremde Menschen zugehen kann. „Ich war sehr einsam", erinnert sie sich, was Auswirkungen auf ihre sich verschlechternden schulischen Leistungen hat.

 

Die NS-Machtübernahme 1933 hat den Schilderungen der Zeitzeugin zufolge keinen Einfluss auf den Alltag der katholischen Volksschule in Steele. An den „Gemeinschaftsempfang" propagandistischer Radiosendungen oder an Fahnenappelle erinnert sie sich nicht.

 

Ihre Eltern haben nicht die finanziellen Mittel, neben dem Sohn auch noch die Tochter auf die höhere Schule zu schicken. So absolviert Marianne die Volksschule, während die meisten ihrer Freundinnen die Oberschule besuchen. Nach Abnschluss der Schule arbeitet sie zunächst als Stenotypistin, was ihr allerdings „ein Graus" ist, dann besucht sie für ein Jahr die Handelsschule.