Feldpost: „Man schrieb den Soldaten.“

Die katholische Pfarrjugend Steeles steht während des Krieges in engem Briefkontakt. In zahlreichen Feldpostbriefen werden die Erlebnisse an Front und Heimatfront miteinander ausgetauscht, so dass der Zusammenhalt weiter bestehen bliebt.

 

Vor allem mit ihrem späteren Mann Erich Bonsiepen, der nach einem kurzen Fronteinsatz im Osten als Offizier Luftwaffenhelfer in Wien ausbildet, steht Marianne in fast täglichem Briefkontakt. Das ist für ihn von großer Bedeutung, denn so hat er ein Gegengewicht zu den zahlreichen derben Erzählungen und Vorfällen, die ihn, der durch andere Verhaltensweise im Rahmen der katholischen Jugendarbeit geprägt ist, im Kontakt der Soldaten untereinander immer wieder abstoßen. In solchen Fällen, wenn er besonders „hässliche Dinge" erlebt und von den anderen als „Feigling" ausgelacht wird, bietet ihm die intensive Korrespondenz immer stasrken Rückhalt. „Der Brief hat es doch gemacht, der ihn dann aufstehen ließ".

 

Neben der normalen Feldpost werden auch Rundbriefe an die Mitglieder des „Kreises" und innerhalb der katholischen Jugend Steeles verschickt. Sie sollen zum einen den Zusammenhalt der Gruppe erhaltern und stärken, zum anderen werden auf diesem Wege aber auch Pläne geschmiedet, wie die Arbeit der katholischen Jugend nach dem Krieg neu aufgebaut und umstrukturiert werden könnte.