Ausbildung und Pflichtjahr: „Ich brauche eine Bescheinigung“
Nach der Volksschule absolviert Marianne ihr Pflichtjahr am Niederrhein, wo sie auf einem Bauernhof die typischen Tätigkeiten einer Magd verrichtet. Dadurch, dass sie bei der Bauernfamilie wohnt, ist sie nicht gezwungen „strammzustehen" oder an „Fahnenappellen teilzunehmen". Vom aktuellen politischen Geschehen in dieser Zeit ist sie völlig abgeschnitten, als Mädchen aus der Stadt aber eine Attraktion für die Dorfmädchen und dadurch sehr beliebt.
Nach der Handelsschule möchte Marianne Görres die Hochschule für Lehrerbildung besuchen. Den hierfür erforderlichen Nachweis der Zugehörigkeit zu einer NS-Organisation erhält sie ohne formale Mitgliedschaft durch eine Bekannte, die im BDM-Werk „Glaube und Schönheit aktiv ist.
Danach studiert Marianne von 1941 bis 1943 an der Hochschule für Lehrerbildung im schlesischen Hirschberg, wo sie neben den obligatorischen „Äußerlichkeiten" wie etwa den Fahnenappellen keine ausgeprägte ideologische Prägung ausmachen kann.
