Nachkriegszeit: „Das ist so rührend…“
Die führenden Protagonisten der Pfarrjugend in Steele machen sich unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus dem Krieg daran, deren Strukturen zu reorganisieren. So wird schon 1946 eine neue Spielschar gegründet, wobei Erich Bonsiepen eine tragende Rolle spielt. Grundlage der weiteren Arbeit ist die bewusste Entscheidung der Steeler Gruppe, auch weiterhin auf die Organisationsform der Pfarrjugend zu setzen und nicht wieder zu den vor 1933 dominierenden Jugendverbänden von vor 1933 zurückzukehren.
Marianne Görres ist an den Nachkriegsaktivitäten der katholischen Jugend nur noch sporadisch beteiligt. Sie heiratet 1946 Erich Bonsiepen und bekommt in kurzen Abständen vier Kinder. Ihr Ehemann aber wird Stadtjugendführer und bleibt Zeit seines Lebens in der Kirche engagiert. Eine seiner frühen Visionen war die vor 1993 kaum vorstellbare Annährung zwischen evangelischer und katholischer Kirche, doch die erlebt er durch seinen frühen Tod nicht mehr.
In der Erinnerung von Marianne Bonsiepen dominieren nicht die negativen Dinge der NS-Zeit. Sie orientiert sich wesentlich stärker an den positiven Entwicklungen, die sie im Kontext der katholischen (Pfarr-) Jugend erfahren hat. So sei sie sich - ohne hierfür konkrete Beweggründe benennen zu können - schon damals sicher gewesen, dass der Nationalsozialismus letztlich nicht siegen würde. Der Glaube sowie der Zusammenhalt in ihrer Steeler Gruppe hätten für sie während der ganzen Jahre von NS-Herrschaft und Krieg eine große Rolle gespielt und ihre den nötigen Halt gegeben.
