Die „Teutonia“ zwischen 1918 und 1933
Die „Teutonia“ war die erste Einrichtung, die in Istanbul nach 1918 wieder in deutschen Besitz gelangte. Für den 2. November 1923 wurde eine Generalversammlung einberufen und ein neuer Vorstand gewählt, anschließend im Jahr 1924 das Vereinsgebäude wieder eröffnet. Nicht zuletzt auf Drängen des deutschen Botschafters wurden der Verein und seine Unterkunft wieder zum „Mittelpunkt des Deutschtums“ in der Stadt. So sollten die Deutschen gesammelt und die frühere Infrastruktur mit ihren Unterstützungssystemen und ihrer deutschnationalen Orientierung wiederherstellen werden.[1]
Und eine neue Aufgabe kam hinzu: Das deutsche Seemannsheim, das vor dem 1. Weltkrieg in Galata beheimatet gewesen war, wurde dort nach dem Ersten Weltkrieg nicht wieder eröffnet. Stattdessen wurde die „Teutonia“ zur neuen Anlaufstelle der Seeleute, die der damalige Direktor der Deutschen Schule in Istanbul, Scheuermann, in den 1930er Jahren so beschrieb: „Besonders erfreulich aber ist, dass sich die Teutonia mehr und mehr auch zum deutschen Seemannsheim entwickelt. Jetzt treffen sich die Seeleute mit den hier ansässigen Volksgenossen in den gastlichen Räumen der Teutonia zu gemütlichem Beisammensein, gemeinsam mit uns feiern sie die erhebenden Festtage, die uns der Führer erleben lässt, gemeinsam mit ihnen fahren wir auf ihren Schiffen hinaus ins Schwarze Meer, um mit dem Stimmzettel in der Hand dem Mann zu danken, der uns diese Volksgemeinschaft geschenkt hat.“[2]
[1] Vgl. Dietrich, Deutschsein, S. 148f.
[2] Vgl. Radt, Geschichte, S. 84. Dort auch das Zitat.