Redakteur: „Wir haben überlegt, dass wir das Jungvolk rumkriegen könnten.“

Ab 1937 ist Klaus Franken für zweieinhalb Jahre Mitherausgeber der Zeitschrift „Am Scheidewege“ für 13- bis 14-jährige Jungen, die vor einem neuen Lebensabschnitt, nämlich dem Eintritt in das Berufsleben, stehen. Inhaltlich ist die Zeitschrift an einer christlichen Lebensführung ausgerichtet. Nach dem Verbot der Zeitschrift wird diese zunächst in verringerten Umfang illegal weiter produziert und verbreitet. Öfter wird Klaus Franken von der Gestapo auch aus diesem Grund zum Verhör geholt. Er habe, so resümiert er später, mit dieser Veröffentlichung versucht, den verunsicherten Jugendlichen in ihrer religiösen Orientierung Halt zu geben.

Nach dem endgültigen Verbot der katholischen Jugendverbände gibt Klaus Franken mit „Der Speerflug“ ein Buch heraus, dessen Beiträge von Jugendlichen geschrieben worden sind und das – nicht zuletzt aufgrund seines eigenen Engagements bei der Verteilung - in katholischen Kreisen weite Verbreitung erfährt. Eine der zentralen Ideen hinter dem Buch ist es, Teile des „Jungvolks“ der Hitlerjugend zur katholischen Jugend zu „bekehren“, da sich bei beiden bündische Elemente wiederfinden. „Wir haben überlegt, dass wir das Jungvolk rumkriegen könnten.“ Ein naiver Gedanke, wie sich bald zeigt.

Auch 1938 kommt die Gestapo mehrmals zu Frankens, führt Hausdurchsuchungen durch und nimmt Klaus mit zum Verhör ins EL-DE-Haus.

Klaus Franken arbeitet im Düsseldorfer Jugendhaus, bis dieses 1939 von der Gestapo geschlossen wird, wodurch eine seine Anstellung verliert.