„Altenberger Licht“: „Das hätte ich mir in meinem ganzen Leben nicht träumen können!“

1950 hat Klaus Franken eine im Wortsinn „zündende“ Idee: In diesem Jahr organisiert er erstmals eine Lichtstafette für den Frieden, die danach - und bis heute! - Jahr für Jahr stets am 1. Mai, dem ersten Tag des Marienmonats, im Altenberger Dom startet, wo eine Kerze entzündet und von dort aus weitergegeben wird. Anschließend versucht Klaus Franken die Idee dieser friedensbewegten diese Lichtstafette, die als „Altenberger Licht“ bekannt wird, in Westeuropa zu verbreiten. Er ist damit allerdings nicht überall erfolgreich, unter anderem etwa deshalb, weil der 1. Mai eben auch der Tag der Arbeit ist und es an diesem Tag viele andere, stark politisch geprägte Veranstaltungen gibt.

Die Idee selbst entsteht aus einer Umfrage, die Klaus Franke unter Jugendlichen durchführt. Deren Ergebnis ist, dass sich die Jugendlichen nichts sehnlicher als „Frieden“ in einer harmonischen Ländergemeinschaft wünschen. „Wir waren als Jugend europäisch orientiert!“

1987, anlässlich des Besuchs von Papst Johannes Paul II. in Köln, empfängt auch das Kirchenoberhaupt selbst dieses Licht, Dieser Tag ist für Klaus Franken eine ungeheuer große Freude und zugleich auch Genugtuung: „Das hätte ich mir in meinem ganzen Leben nicht träumen können!“

Bei aller Fortschrittlichkeit und trotz ausgeprägten Reformwillens betrachtet der alt gewordene Klaus Franken seine eigene Kindheit und Jugendzeit auch mit etwas Wehmut. Die katholische Gemeinschaft vor dem Krieg, so formuliert er rückblickend, sei „eine geschlossene Gesellschaft“ gewesen. Die damals daraus erwachsene katholische Jugendbewegung gebe es jedoch nicht mehr. Das daraus erwachsende Fazit fällt zwiespältig aus: „Wir haben nur die wunderbare Wanderwelt gesehen und haben sie erlebt und haben uns darin gesonnt und davon geschwärmt.“ Das alles sei der heutigen Jugend nicht mehr vergönnt.