Junge Kirche gegen Hitler?: „Wir wollten einen christlichen Staat!“
Die „Junge Kirche“ sieht sich im Gegensatz zur „Alten Kirche“ und will Zuge einer Reform der Liturgie mit alten Traditionen brechen. „Wir verstanden uns als jugendbewegte Kirche und haben auch ganz neue Ideen da hineingebracht“, resümiert Klaus Franken und verweist insbesondere auf die liturgische Bewegung im Sinne Guardinis, die den jungen Katholiken Hauptanliegen gewesen sei.
Es gibt Priester und Kapläne, die die Ansichten der jungen Christen unterstützen und zugleich eine deutliche Stellung gegen das NS-Regime einnehmen. In diesem Sinne wird etwa eine „Kanzelverkündigung“ des von vielen katholischen Jugendlichen verehrten Dechant Löbbel, dem „Löwen von Köln“, heimlich vervielfältigt und von Klaus Franken und Freunden in den Kölner Pfarreien verteilt.
Allerdings befinden sich auch die jungen Katholiken in einem Zwiespalt: Grundsätzlich sind sie zwar das NS-Regime und gegen den absoluten Führungsanspruch von Adolf Hitler, den sie als „Christusfeind“ sehen, andererseits aber pflichten sie dem unbedingten Anti-Bolschewismus des NS-Regimes bei. Eine weitere Übereinstimmung zwischen beiden Weltanschauungen ist deren unbedingte Ablehnung von Homosexualität, die als etwas Widernatürliches angesehen wird. Außerdem sahen viele im „Führer“ keinen Tyrannen. Er ist ja demokratisch gewählt worden!“ Generell betrachtet lehnt die katholische Jugend sowohl eine nationalsozialistische als auch die kommunistische Gesellschaftsordnung ab: „Wir wollten einen christlichen Staat!“
