Nachkriegszeit: „… dass wir natürlich beim Aufbau der Jugend dabei sind.“
Im April 1946 flieht Klaus Franken nach einem Jahr aus der Kriegsgefangenschaft in der Tschechoslowakei und kehrt nach Köln zurück. Hier versucht gemeinsam mit anderen, die katholische Jugendbewegung neu aufzubauen: „Als ich dann zu Haus war, war schon vorher das Versprechen gegeben, dass wir natürlich beim Aufbau der Jugend dabei sind.“
Das gestaltet sich nicht einfach, denn nach zwölf Jahren NS-Zeit und sechs Jahren Krieg sind die meisten Strukturen weitgehend zerstört und die Reihen der jugendlichen Aktivisten stark gelichtet. Klaus Franken beginnt daher damit, „Heimstundenblätter“ herauszugeben, die katholischen Jugendführern helfen sollen, Gruppenstunden abzuhalten. Er wirkt wieder als Diözesanjugendführer der Jung- und Sturmscharen, also die 10- bis 18-jährigen Jungen in der Erzdiözese Köln. Positiv überrascht erlebt er, dass Klerus und Laien nunmehr weitgehend kameradschaftlich miteinander umgehen. Offenbar haben die Erlebnisse der vergangenen zwölf Jahre zusammengeschweißt: „Denn sie waren ja im selben Dreck! Die Unterscheidung zwischen Klerus und Laien, die kam erst später wieder.“
Kölner Anlaufstelle für aktuelle Nachrichten für die Kriegsheimkehrer wird Pfarrer Angenendt, der bereits während des Krieges die Funktion des Kommunikators übernommen, den Kontakt zu den Einberufenen gehalten und allen katholischen Heranwachsenden mit der Deutschen Komplet in St. Maria im Kapitol den zentralen Anlaufpunkt geboten hatte. Klaus Franken charakterisiert ihn angesichts seiner diesbezüglichen Verdienste als „Wächter von Köln“ und „ruhenden Pol“ der lokalen katholischen Jugend. Auch er selbst erfährt durch Angenendt, dass seine Familie sich im belgischen Teil der Eifel aufhält.
„Wir waren eigentlich alle noch immer Landser!“, schildert Klaus Franken den schweren Übergang in die Nachkriegszeit. Alle Männer seien noch lange in Landser-Uniformen herumgelaufen, da Zivilkleidung Mangelware gewesen sei, die es lange nicht zu kaufen gegeben habe. Einer seiner Brüder, der als Missionar auf Hawaii tätig ist, schickt Klaus zwei Decken, aus denen anschließend Mäntel geschneidert werden.
In Köln initiiert Pfarrer Angenendt auch Jugendwohnheime, später Lehrlingsheime, um jungen Flüchtlingen aus dem Osten und anderen wohnungslosen Jugendlichen eine Unterkunft zu bieten und eine Ausbildung zu ermöglichen. Aus dieser Initiative entsteht schließlich das Jugendaufbauwerk. „Da wurde jetzt weniger geguckt auf die Vertiefung des religiösen Lebens, sondern es musste praktisch angepackt werden.“
Klaus Franken beginnt sehr bald, gemeinsam mit Jupp Rommerskirchen und anderen die katholische Jugend auf Bundesebene wieder aufzubauen. Weil die zentralen Anlaufstellen in Köln und Düsseldorf durch Bomben zerstört sind, werden die ersten organisatorischen Anläufe zum Wiederaufbau der Jugendarbeit im unzerstörten Haus Altenberg im Bergischen Land unternommen.
Außerdem ist Klaus Franken einer der Gründer einer Siedlung in Bergisch Gladbach, in der neben Wohnhäusern für die Familien auch wieder ein Heim für junge Flüchtlinge aus dem Osten entsteht, um ihnen eine Bleibe zu geben und eine Berufsausbildung zu ermöglichen.
