Familie - „Mein Vater war Lockführer und nicht in der Partei“
Sowohl Annas Vater - er ist bei der Reichsbahn beschäftigt - als auch ihre Mutter sind gebürtige Steelenser. Aufgrund der sicheren Anstellung des Vaters kann die Familie so gut leben, dass die Wirtschaftkrise zumindest für die drei Töchter kaum spürbare Auswirkungen hat.
Ihre Kindheit verbringt Anna bis auf eine Unterbrechung von 15 Monaten in Steele, für die Familie Albers nach Leipzig zieht, weil ihr Vater beruflich zu diesem Ortswechsel verpflichtet wird. „Mein Vater war Lokführer und nicht in der Partei, und die Leute hat man dann am ehesten abgeschoben."
Annas Mutter ist karitativ sehr engagiert, kocht Essen für Bedürftige und ist im Elisabethenverein aktiv. Insgesamt spielt Religion im Hause Albers eine bedeutende Rolle. Die Mutter geht, wenn eben möglich, jeden Morgen zur Messe. Ihr Vater ist ebenso gläubig, kommt jedoch auf Grund seines Berufes kaum dazu, die Sonntagsmesse zu besuchen.
Er ist dem Nationalsozialismus gegenüber zunächst durchaus positiv eingestellt, was sich nach der Machtübernahme jedoch bald ändert. Obwohl er Beamter der Reichsbahn ist, tritt Annas Vater nicht der NSDAP bei. Ob in diesem Zusammenhang Druck auf ihn ausgeübt wird, weiß Anna Büse heute nicht mehr.
Sie verlebt eine weitgehend schöne Kindheit, während der sie viel draußen spielt - unter anderem auf den „Teertonnen" der Nachbarn, worunter die Kleidung erheblich leidet. „Wenn es mal regnete, gingen wir in Vollmers Häuschen", ein Schreibwarengeschäft, dessen Eingang etwas zurückgesetzt ist, sodass die Kinder dort bei Regen unter dem Dach spielen können, ohne nass zu werden.
Anna Albers besucht wie viele katholische Steeler Kinder den Kindergarten St. Laurentius, bevor sie eingeschult wird.
