Krieg - „Das war keine schöne Zeit“

Von 1938 bis 1940 besucht Anna die städtische Handelsschule. In diese Zeit fällt auch der Kriegsbeginn. Da die Schule nicht unterkellert ist und somit keinen Schutzraum bei Angriffen bietet, wird der Unterricht in ein anders Schulgebäude verlegt und findet künftig nachmittags statt. Daher müssen die Schulaufgaben nun immer vormittags erledigt werden, was Anna gar nicht gefällt.

 

Von der anfänglichen Kriegeuphorie, die sich nach den großen anfänglichen Erfolgen verbreitet, bemerkt sie in ihrer Umgebung aber nichts. Sie fühlt sich anfangs auch nicht sonderlich stark vom Luftkrieg bedroht. Später jedoch, als die Alarme zunehmend häufiger werden, ändert sich das grundlegend. „Und in der Anfangszeit hat man gedacht: ‚Warum soll es uns unbedingt treffen?' Später war es so, dass man dachte: ‚Warum soll es uns nicht treffen?'." Insbesondere nachdem Anna den Abwurf und die Wirkung der ersten Luftminen miterlebt hat, geht sie regelmäßig in den Bunker. „Man legte sich nur noch angezogen ins Bett."

Was den Umgang mit dem nun allgegenwärtigen Thema „Tod" betrifft, erinnert sich Anna Büse: „Ich weiß nicht, ob man einen gewissen Schutz um sich gebaut hat, was nicht heißt, dass einen das kalt ließ, aber man selbst, man musste je weiterleben." So entsteht eine gewisse Abstumpfung als Überlebenstaktik, mit der man die zahlreichen Todesopfer und Zerstörungen des Bombenkriegs schließlich als etwas Alltägliches hinnehmen kann.