Kriegsende - „Von einem Ort zum anderen, das war ja am Ende so schnell.“

In den letzten Kriegsmonaten können die Steelenser Jugendlichen die Verbindungen untereinander nicht mehr aufrechterhalten, weil sie ihre jeweiligen Aufenthaltsorte sehr oft und ohne Vorankündigung wechseln müssen.

Anna hilft nach ihrer offiziellen Entlassung aus der Wehrmacht als Haushaltshilfe in einem Privathaushalt. Hier betreut sie einen älteren Herrn und dessen blinde Schwester und erlebt schließlich auch das Kriegsende. Kurz danach verabschiedet sie sich: „Und dann hab ich dem alten Herrn gesagt, am 19. Mai muss ich in Essen sein, da hat meine Mutter Geburtstag." Es gelingt ihr, zumindest etappenweise mit dem Zug von Wuppertal nach Essen-Überruhr zu fahren.

 

Als Anna zuhause eintrifft, ist zunächst niemand da. Sie lässt ihren Rucksack gut sichtbar in der Wohnung zurück, damit die anderen Familienmitglieder erkennen können, dass sie zurück ist, und macht sich dann auf die Suche nach ihren Eltern. Zunächst versucht sie vergeblich, ihren Vater bei der Arbeit im Krankenhaus abzupassen, trifft ihn aber auf dem Weg zu anderen Anlaufstellen an der Kirche. Die Wiedersehensfreude ist natürlich groß. Wieder zu Hause, sieht Anna auch endlich ihre Mutter wieder. „So bin ich dann nach Hause gekommen". Auch ihre Schwester trifft noch am gleichen Tag zuhause ein.

So hat Familie Albers das Glück, dass alle unversehrt nur wenige Tage nach der deutschen Kapitulation wieder zusammenfinden und sogar ihre Wohnung den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden hat.