Wehrmacht - „Der war sicher froh, dass wir überhaupt wieder gekommen sind“

Im November 1944 wird Anna als „Stabshelferin" zur Wehrmacht eingezogen, wo sie als Schreibkraft eingesetzt werden soll. Zunächst wird sie zusammen mit anderen jungen Frauen in einer Wuppertaler Schule untergebracht. Unter ihren neuen Kameradinnen fällt Anna eine Frau wegen des von ihr offen getragenen Parteianzeichens unangenehm auf. Bald muss sie aber erkennen, dass der Schein trügt und versteht sich fortan sehr gut mit ihr. Da die jungen Frauen in Wuppertal nicht ständig eingebunden und beaufsichtigt sind, beschließen sie eines Tages: Wir können ja auch mal nach Hause fahren, haben wir auch gemacht". Als sie dann abends wieder in der Schule eintreffen, ist diese leer: in ihrer Abwesenheit ist die Einheit nach Wuppertal-Stausee umquartiert worden. Doch dank einer Kameradin, die sie zuvor eingeweiht hatten, gelingt es den beiden schließlich doch, den neuen Bestimmungsort zu erreichen und so den selbstbewilligten „Heimaturlaub" geheim zu halten. Ein anderes Mal überzieht Anna einen vom Personalchef genehmigten Urlaub um zwei Tage, ohne dass es zu Konsequenzen kommt: "Der war sicher froh, dass ich überhaupt wiedergekommen bin."

 

Später wird die Einheit nach Neuenahr verlegt, wo ihr erster Einsatzbefehl lautet: „Plätzchen backen für die Soldaten" in einer Bäckerei. Die Haupttätigkeit von Anna besteht schließlich aber darin, als Stenotypistin bei abendlichen Sitzungen von hochrangigen Militärs mitzuschreiben und anschließend das Wesentliche zusammenzufassen. Außerdem dechiffriert sie Mitteilungen: „Den ganzen Tag kamen verschlüsselt die Nachrichten herein, und wir mussten die entschlüsseln und auf die einzelnen Heeresgruppen und die Abteilungen einordnen. Das waren Verschusszahlen, was noch vorhanden war, was neu dazu gekommen war, was verschossen worden war." Während dieser Tätigkeit in Neuenahr ist Anna in einem Hotel untergebracht, was ihr sehr gefällt.

In den letzten Kriegwochen wird Anna Albers mit einer Bescheinigung, als Hilfskrankenschwester qualifiziert zu sein, offiziell aus der Wehrmacht entlassen. Durch dieses Dokument genieß sie den Schutz der Genfer Konvention.