Lehre und Beruf: „Das war eine schöne Zeit!“

1929 beginnt Therese auch ohne offiziellen Schulabschluss eine Lehre, obwohl man sich beim Arbeitsamt zunächst weigert, ihr eine Lehrstelle zu vermitteln, weil sie noch zu jung sei. Tatsächlich wirkt sie trotz ihrer 14 Jahre noch sehr klein und eher kindlich. Mit viel Engagement und Selbstbewusstsein findet sie aber aus eigener Initiative eine Lehrstelle als Schuhverkäuferin bei „Schuhe Speyer“.

Dort steht Therese unter der fürsorglichen Obhut eines wohlwollenden Chefs. Herr Levy ist Jude. Er und seine Frau laden das kleine und schmächtige Lehrmädchen sonntags oft zu Ausflügen ein: „Das war eine schöne Zeit!“

Nach der Lehre wechselt Therese ihren beruflichen Schwerpunkt – nicht zuletzt, weil das jüdische Schuhgeschäft seine Pforten schließen musste. Sie erlernt bei einem Dekorateur das Ausgestalten von Schaufenstern, „weil mir das einfach lag“. In dieser Firma arbeitet sie auch während des Krieges. Auch in diesem Fall hat sie es mit einem wohlwollenden Chef zu tun, der sie später sogar bei den konspirativen Arbeiten an den „Grauen Briefe“ während der Arbeitszeit unterstützt. Schließlich wird Therese sogar Prokura erteilt, weil ihr Chef aus ihr unerklärlichen Gründen verhaftet worden ist.