Katholische Jugend: „Du läufst ja immer in die Kirche, du musst ja wissen, was du tust!“
Therese ist schon mit zehn Jahren sehr aktiv in einer katholischen Mädchengruppe, die aus 15 Mädchen besteht. Gemeinsam unternehmen sie regelmäßig gemeinsam kleine Wanderungen in die Umgebung von Köln, tragen aber auch die Kirchenzeitung aus. Die Mädchen helfen sich häufig gegenseitig, beispielsweise, wenn eins von ihnen zuhause den gesamten Haushalt bewältigen muss, weil alle Familienmitglieder zur Arbeit oder erkrankt sind.
In der Pfarrei St. Ursula sorgen die Kapläne dafür, dass die Jugendlichen eine Tanzschule besuchen können, für deren Organisation und Finanzierung sie Sorge tragen. So ermöglichen sie den zumeist aus armen Verhältnissen stammenden Heranwachsenden ein Vergnügen, das sie sich ansonsten nicht hätten leisten können. Solche Initiativen sorgen zugleich aber auch dafür, dass die katholische Jugend in ihrem Milieu unter sich bleibt und sich weniger anfällig für die Propaganda der Hitlerjugend zeigt.
Während der regelmäßigen Treffen der Gruppe wird vorgelesen oder genäht, gesungen und getanzt: „Es war immer schön!“ So besteht für Therese und ihre Freundinnen auch in dieser Hinsicht nie die Gefahr, zum BDM „überzulaufen“. Sie halten die Angehörigen der NS-Jugendorganisationen schlicht und pauschal für dumm. Umgekehrt, so erinnert sich Therese Bauer, hätten die nationalsozialistisch gesinnten Jugendlichen ihrer näheren Umgebung auch nie den Versuch unternommen, sie oder andere Angehörige der katholischen Jugend anzuwerben: „Du läufst ja immer in die Kirche, du musst ja wissen, was du tust!“ Sie persönlich sei auch nie direkt bedroht worden.
Auch für ihre Mädchengruppe ist wie für so viele andere wird Haus Altenberg im Bergischen Land zur „Heimat“. Hier finden große Feste statt, und vor allem wirkt hier Diözesanjugendpfarrer Dr. Augustinus Frotz, „der die Jugend liebte und zusammenholte.“
