Politische Entwicklung: „Man traute keinem mehr!“

Das Leben in ihrem Kölner Stadtviertel wandelt sich zu Anfang der 1930er-Jahre grundlegend. Die Politik verlagert sich immer mehr auf die Straße, und bei den um 1933 auch im Eigelsteinviertel stattfindenden Straßenkämpfen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten kommt auch ein Bekannter von Therese ums Leben. Sie selbst meidet bei solchen Unruhen die Straße und wird im Umgang mit anderen Menschen insgesamt vorsichtiger: „Man traute keinem mehr!“ Das schöne, unbeschwerte Miteinander auf der Straße mit Gleichaltrigen hat plötzlich ein Ende.

Nach der NS-Machtübernahme hält zunehmendes Misstrauen auch in den eigentlich geschützten Bereich der Kirche Einzug. Selbst während der Gottesdienste werden die Gemeindemitglieder und Pfarrer zunehmend vorsichtiger – selbst guten Freunden gegenüber. Auch in Thereses Umfeld nimmt die Unsicherheit zu, wer vielleicht ein NS-Spitzel sein könnte und was er von dem Gehörten an die NSDAP-Ortsgruppe oder gar die Gestapo weitergegeben könnte.