Ausbildung: „Ich wollte kein Soldat oder so etwas werden!“

Obwohl katholisch erzogen, tritt August nicht der katholischen Sturmschar bei. Ihm gefällt weder die dort praktizierte strenge Hierarchie noch das ausgesprochen Militaristische im Auftreten der Jugendlichen, das am deutlichsten in der einheitlichen „Kluft“ zum Ausdruck kommt, die aus einem silbergrauen Hemd und knielangen grauen Hosen besteht. „Ich wollte kein Soldat oder so etwas werden!“ Anders als die weitaus meisten Jugendlichen seiner Zeit mag er die sich deutlich wandelnden, ehemals bündischen Elemente der Jugendbewegung nicht: „Weil man ja sah, was aus den Uniformierten wurde!“ Das gilt ganz besonders für die sich ausgesprochen „jung“ gebenden NS-Verbände: „SS, das heißt ja: Sturmstaffel, die waren ja nur dazu da, alles kaputt zu kloppen. Und SA: Die Dümmsten und Blödesten, die gingen da hin, weil sie auf einmal was werden konnten!“

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Aufbauschule absolviert August ab 1932 stattdessen Kurse in Kurzschrift und Schreibmaschine und wird sogar kurzzeitig als Lehrer für diese Fächer engagiert. Weil seiner Familie das Geld fehlt, ihm ein Studium zu ermöglichen, beginnt er schließlich eine Lehre als Industriekaufmann bei der AEG. Monatlich erhält er „ganze zehn Mark“ Lehrgeld.

In seinem Lehrbetrieb, der sich zunehmend zum Rüstungsbetrieb wandelt, gibt es einerseits zunächst noch jüdische Chefs, andererseits jedoch auch zahlreiche Mitarbeiter, die nach der NS-Machtübernahme umgehend in brauner Uniform erscheinen. August achtet in dieser unruhigen Zeit darauf, nicht anzuecken. Er hält sich mit Meinungsäußerungen zurück und passt sich - so das rückblickende offene Selbsturteil - weitgehend an die neuen Verhältnisse an.