Ehe im Krieg: „Wir haben das alles dem lieben Gott überlassen!“
Anfang 1944 heiratet August Broil Marga Ortmann. Sie kennen sich zwar schon lange, doch die Verlobungszeit fällt eher kurz aus. Vor der Hochzeit werden trotz der Kriegsumstände alle zeittypischen Konventionen eingehalten: Zunächst hält August Broil bei Vater Ortmann – wie es sich gehört - um die Hand seiner Tochter an. Der Weg ist für beide Verliebte alternativlos. Da sie katholisch sind, kommt ein Zusammenleben ohne kirchliche Trauung keinesfalls in Frage.
Die Lage, in der die Hochzeit stattfindet, ist hingegen schrecklich. Köln ist weitgehend zerstört, und angesichts der düsteren Aussichten ist es mehr als ungewiss, was aus den Brautleuten werden wird. Beide bauen allein auf ihr Gottvertrauen: „Wir haben das alles dem lieben Gott überlassen!“ - Die Ehe soll dauerhaften Bestand haben und bis zum Tod des Paares über 65 Jahre halten!
Zunächst wähnt man sich glücklich, denn August Broil wird aus der zunehmend gefährlicher werdenden der Normandie ins ruhige Norddeutschland verlegt. So kann das junge Ehepaar auch 1944 noch einen intensiven Briefwechsel führen und manchmal sogar telefonieren, „wenn man sich mit dem Nachrichtenoffizier gut verstand“. So können die Broils einen kontinuierlichen Kontakt untereinander aufrechterhalten.
Auf diesem Weg erfährt August auch, dass seine zwischenzeitlich schwangere Ehefrau das gefährliche Köln verlassen und im September 1944 in Rheinbach ein gesundes Kind zur Welt gebracht hat. Die Freude währt jedoch nur kurz, denn bereits nach fünf Tagen stirbt der Säugling ohne erkennbaren Grund. Damit ihre Tochter und ihr Ehemann die schwere Zeit gemeinsam bewältigen können, greift Mutter Ortmann zu einem Trick. „Kind lebensbedrohlich erkrankt“, telegrafiert sie an ihren Schwiegersohn, der daraufhin Sonderurlaub bekommt und zu seiner Frau eilen kann.
