Wiedersehen: „Wir waren aufeinander angewiesen!“

Das Gefühl, das er nach drei Jahren Trennung beim Wiedersehen mit seiner Ehefrau Marga empfunden habe, kann August Broil auch nach 60 Jahren noch „nicht beschreiben“. Beide seien jedoch froh gewesen, dass in dem hölzernen Koffer, den er aus Frankreich mitgebracht habe, Lebensmittel gewesen seien, denn Marga selbst hat kaum ausreichend zu essen: „Das war noch vor der Währungsreform“ und damit in Zeiten, in denen es in Köln zu großen Hungerdemonstrationen kam.

„Wir waren aufeinander angewiesen!“, resümiert August Broil die damalige Lage. Die ist für beide ohnehin nicht ohne Probleme, denn sie haben zuvor ja noch nie länger zusammengelebt, ein Zustand, in den sie sich trotz vierjähriger Ehe erst langsam hineintasten müssen. Andererseits kennen sie sich gut aus der früheren Arbeit in der katholischen Jugend und sind froh, einander wieder zu haben und auch alte Freund*innen wieder zu treffen. August Broil bleibt sich dieses Privilegs zeitlebens bewusst: „Sodass man eigentlich in ein gemachtes Bett kam.“

Da er bereits vor dem Krieg ein gutes Einkommen hatte und wenig Geld ausgegeben hat, kann das Ehepaar auch nach der Währungsreform zunächst vom Ersparten leben.

Neun Monate nach der Rückkehr gründen die beiden Broils, die auch bereits wieder Eltern geworden sind, einen katholischen Familienkreis. Sie treffen anlässlich des Besuchs der Deutschen Komplet alte Freunde und fühlen sich der katholischen Gemeinde weiterhin eng verbunden.