Die Familie
Josef Eickels stammte aus einer Beamtenfamilie, die in dem kleinen Dorf Beeckerheide bei Wegberg am Niederrhein lebte. Der Vater, Mathias Eickels, arbeitete als Reichsbahn-Assistent am Bahnhof in Wegberg, Mutter Anna war Hausfrau und kümmerte sich um die vier Kinder Elisabeth, Helene, Johannes und Josef. Die Familie lebte in dem Dörfchen in einem eigenen Haus. Das Einkommen des Vaters als Beamter sicherte der Familie ein Auskommen, Mutter und Töchter trugen noch zusätzlich durch heimische Näharbeiten zum Unterhalt der Familie bei.
Die gesamte Familie war tief im katholischen Glauben verwurzelt, was bewirkte, dass sie gegenüber dem Nationalsozialismus von Anfang an eine ablehnende Haltung einnahm, die sie nicht nur im privaten Kreis, sondern auch nach Außen vertrat, indem sie an Kirche und Glauben gegen jeden Widerstand festhielt und sich jeglicher Aufforderung, sich an Einrichtungen und Organisationen des NS-Staates zu beteiligen, konsequent verweigerte. Dadurch geriet Familie Eickels in ihrem Heimatort sehr bald in Konflikt mit den örtlichen lokalen NS-Vertretern. Insbesondere die Ablehnung, bei den zahlreichen Sammlungen der verschiedenen NS-Organisationen zu spenden, rief Missbilligung hervor und sollte sich als nachteilig erweisen. Denn es untermauerte das Bild, es bei den Eickels mit Gegnern des Nationalsozialismus zu tun zu haben, und diente den Verfolgungsorganen als Beweismittel für diese Haltung. Hinzu kam aber natürlich der Umstand, dass es die Familie in ihrer direkten Umgebung mit einzelnen Menschen in Schlüsselpositionen zu tun hatte, die überzeugte Nationalsozialisten waren und dem seitens der Famlie praktizierten Katholizismus wenig Verständnis entgegenbrachten. Dadurch wurde schließlich eine Spirale von Denunziation, Verfolgung und Gewalt in Gang gesetzt, die dazu führte, dass die gesamte Familie in Misskredit geriet, der älteste Sohn Josef von der Schule verwiesen und der Vater im KZ Dachau ermordet wurde.
