Gisbert Kranz an seinen Vater Gisbert, 16. Juli 1933
den 16.VII.33.
Lieber Vater!
Ich danke Dir für die für die Karte. Sie ist sehr fein. Am Mittwoch haben wir eine Lateinische Arbeit geschrieben, welche gut ausfallen wird, denn Herr Std. Dresen hat meinen (und auch noch viele Wische von andern) Wisch nachgesehen und da war nur 1 Fehler drin. Am Donnerstag haben wir seinen Namenstag gefeiert, er heißt Heinrich, und er hat sich sehr gefreut. Freitag habe ich ihm ein Geschenk gebracht zu seiner Wohnung, wo ich noch Herr J. Kleine [.?.], der als Geistlicher damals mit uns in Neuharlingersiel war, und einen anderen Geistlichen, dazu eine ganze Tischgesellschaft traf. Herr Studienrat hat gesagt, er wolle die Messe am Montag für die Anliegen unserer Familie darbringen. – Herr Dresen hat gestern mit Mutter
gesprochen. Er sagte zu mir, daß ich vorläufig nicht mehr ins Fähnlein dürfe, damit ich in der Schule wieder vorwärts komme. – Im letzten Brief schrieb ich Dir schon von der Verlosung in unserer Schule und von dem Besuch auf dem Flugplatz. Diese Sache kann aus technischen Gründen (?) erst nach den Ferien stattfinden. – Diese Woche kommt ein großer Zirkus von der Zirkus G.m.b.H. nach Steele, in welchem Pferde, die kleinsten der Welt und auch große, Löwen, Tiger, Elefanten, Akrobaten, Neger, Chinesen, Indianer und andere Völkerrassen, und natürlich auch die lustigen Klauns und noch vieles andre ist. – Wie geht es Dir? Das war aber fein, daß Du umsonst eine Autotour nach Würzburg gemacht hast. Warst Du auch im Dome gewesen? oder hast Du die Stadt nicht besichtigt? Schreib mir doch bitte einmal davon. – Wer sind eigentlich die
beiden Herren und die eine Dame, die die Postkarte unterschrieben haben? – Heil!! Gisbert.
Grüße die Leute, die unterschrieben haben, von mir.