Marga Ortmann an August Broil, 24. Dezember 1943

Am Fest der Christgeburt 1943.

Mein Liebster,

es ist spät am Abend, mein Herz ist so voll Freude und Jubel, ist so dankbar für das tiefe, feine Erleben des heiligen Festes. Wie könnte ich den Tag besser beschließen, als daß ich noch einmal in einem Wort zu Dir komme. Ach, ich war ja alle Stunden des Tages bei Dir; und in den stillen Stunden vor dem Herrn war ich Dir am allernächsten. Mein lieber August, alle Einzelheiten des Erlebens möchte ich zu Dir hintragen, von der Mette im Dom, in der Krypta; von der wundersamen Stunde, die mir Deine Worte, Dein liebes Gedenken geschenkt hat; dem Beisammensein in unseren Familien – eine besondere Freude: Bruno ist da! – Du, es war ein unbeschreiblich schöner Tag. Komm, laßt uns ihn gemeinsam zu Ende führen, laßt uns alle Regungen unseres Herzens Ihm darbringen, der die Ursache unserer Freude ist. Wie werden wir aus dieser Freude heraus auch die kommenden Tage, die letzten bis zum endgültigen Einssein von Dir und mir, zu gestalten wissen.

Lieber, mit all meinen Wünschen für Dich bin ich Dir so nahe. Sei auch Du ganz froh wie

Deine Marga.