August Broil an Marga Ortmann, 15. Juni 1943

Fräulein
Marga Ortmann
Köln/Rhein
Hansaring 32

Bremen, den 15.6.43.

Meine Marga, Nun ist die Ferne wieder zwischen Dir und mir. Nun geht das Denken und Gedenken wieder aus der Ferne hin und her. Doch groß und ruhevoll steht in der Unruhe des Einzelseins jetzt das heilige Verbundensein des Gelöbnisses.

Die Fahrt durch die Nacht war lang, und oft kam wegen der Flieger der Zug nicht voran. Gegen 6 Uhr war ich wieder in Bremen.

Nun will ich Zeit und Tage nutzen, denn alles ist noch wie ein Traum, der im Erwachen uns durchdringt. Nun heißt es: Traum u. Wirklichkeit den rechten Einklang zu geben. Bald hörst Du mehr von mir

Grüße an alle Lieben Dein August