August Broil an Marga Ortmann, 8. September 1943

Bremen, den 8.9.43

Meine liebe Marga,

am Montag bin ich beim Spies vorstellig geworden wegen des besprochenen Erholungsurlaubs, von dem ich Dir schrieb. Er ließ mich ein Urlaubsgesuch einreichen, das dem Chef vorgelegt wurde. Der Chef hat den Urlaub genehmigt. Wenn jetzt nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt, dann wird es am kommenden Montag 16.18 losgehen, und am Abend um 22.14 kann ich schon in Köln sein. Voraussichtlich wird der Urlaub 16 Tage – in Worten sechzehn – Tage dauern. Das ist eine lange Zeit, wenn man sie vor sich weiß. Wir müssen sie wieder fein gestalten und regelrecht ausnutzen. Es ist allerdings jetzt schwer etwas Genaues über die Gestaltung von hier aus zu sagen. Es wird sich alles

nach den jeweiligen Möglichkeiten ergeben. Wir müssen nur gut improvisieren können. Du wirst wohl vor lauter angehäufter Arbeit gar nicht recht zu Dir selbst gekommen sein. Auch werdet Ihr inzwischen die Wohnung auf dem Berge geräumt habe. Wenn ich Dich um eins bitten darf, Liebste – ich habe ja schon öfter so zu Dir gesprochen – dann sieh zu, daß Du Deine Kräfte einteilst, die Dir ja auch nicht in unbeschränktem Maße zur Verfügung stehen. Vor allem, wenn Du jetzt weißt, daß ich komme, suche nicht Unmögliches zu leisten. Es wird sich schon ein Weg finden, in rechter Ordnung alles zu tun. Wir wollen uns gemeinsam freuen auf die Tage des Zusammenseins.

Ich grüße Dich von Herzen und denke sehr an Dich

Dein August

Grüße Deine Lieben von mir