August Broil an seine Frau Marga, 14. September 1944
Bonn, den 14.9.1944
Meine liebe Marga,
war das ein schöner Tag, den wir beide – ach nein wir drei – verbracht haben. Und dann die auf so seltsame Art zugebrachte und doch so schöne Nacht. Was werden diese kurzen, ereignisriechen und doch stillen Stunden uns beiden Kraft geben für die kommende Zeit, Dir ganz besonders; denn nun weiß ich mit wieviel größerer Freude Du Deinem großen Tag entgegensiehst. Ich spüre so recht, wie Dir das kurze Wiedersehen wohlgetan hat, aber auch, wie sehr Du Dich danach gesehnt hast. Wir wollen ganz dankbar dafür sein, daß alles so gekommen ist. Alles war aber auch wie nach Maß gearbeitet. Als wir heute mit dem Wagen nach Mechernich zurückkamen, wurden wir schon dringend erwartet, weil plötzlich der Abmarschbefehl gekommen war. Sogleich ging es wieder los, die selbe Strecke, die ich gerade von Dir gekommen war. Wir fuhren in der Kolonne Richtung Bonn dicht an Rheinbach vorbei. Es hat aber alles sehr gut gegangen. Von hier sollen wir verladen werden, und dann geht es wohl weiter nach Uelzen.
Mit dieser kleinen Nachricht, Liebste, laß Dich nochmals in Herzlichkeit und Liebe grüßen von Deinem
August