August Broil an seine Frau Marga, 9. September 1944

den 9.9.1944.

Meine liebe Marga,

heute sind wir wieder einen Schritt in der Eifel weitergekommen. Wir sind in dem Ort Mechernich angekommen. Der liegt an der Bahnstrecke nach Trier zu, weißt Du, jener Strecke, die wir voriges Jahr im Sept. zusammen und Du allein vor kurzem noch benutzt haben, als es nach Wittlich ging. Selbst auf dieser seltsamen Rückreise von der Front werde ich noch an die schönen, gemeinsamen Stunden erinnert, die sich so stark in unser Gedächntnis einprägen. Was mir jetzt die meisten Gedanken macht, das ist das Problem: geht es über Köln oder nicht? Vorerst scheint es wie im Kreise drum herum zu laufen. Wann Du diesen Brief bekommst, das weiß ich noch nicht, weil ich glaube, daß Du – wie wir es doch vereinbart hatten – gar nicht in Köln bist. Oder solltest Du etwa in einer frohen, wenn auch unbestimmten Ahnung mit der Möglichkeit gerechnet haben? Aber wie das auch alles sein mag, ich werde alles versuchen, wenn auch nur für Stunden, nach Hause zu kommen, denn einige Kleinigkeiten, die ich aus dem fremden Land mitgebracht habe, möchte ich doch gerne zu Hause abliefern, bevor sie erst noch viel herumgeführt werden.

Was wird das im Augenblick unseres Lebens sein, wenn nach so langer Zeit wir uns wiedersehen! Ach ich darf kaum daran denken. Und ob es doch Wahrheit wird, daß – wie Du einmal schriebst – ich vor unserem Kindlein bei Dir sein werde? Das sind alles so schöne Gedanken. Damit soll dieser kleine, unter seltsamen Umständen schlecht geschriebene Brief zu Ende sein. Herzlich und in Liebe grüße ich Dich

Dein August.