Marga Broil an ihren Mann August, 15. Januar 1944
15. Jan. 44.
Mein lieber August!
Die Glückwünsche nehmen kein Ende.
Das Zeichen von Kpl. Ziran wirst Du sicher in Deinen Schott legen wollen, wie ich das meine.
Klüppels haben uns durch Werner Pichlmair, der sie in Siebeldingen besucht hat, ein feines Bildnis im Buntdruck überreichen lassen. Ich glaube es ist ein Selbstbildnis Holbeins d. J. Werner P. hat uns aus Kolmar die „Dunkle Nacht“ (die haben wir nun 2 x) „Das Vaterunser“ und „Den Kreuzweg“ von Reinold Schneider mitgebracht. Alles Kostbarkeiten! Wie gut doch alle an uns gedacht haben. Kpl. Angenendt hat uns noch ein Buch: Vom Wesen und Walten christlicher Liebe, geschenkt. Auch der Blumensegen hat sich noch vermehrt.
Liebster, ich muß es heute so kurz im Telegrammstil machen, denn der Samstagnachmittag und der Sonntag müssen nun herhalten, um das Versäumte der Arbeit nachzuholen. Aber was gäbe es, was ich jetzt nicht freudig tun wollte? Laß den ersten Sonntag in der Ferne ein guter Tag für Dich sein. Ich grüße Dich, mein August, denn ich bin ja jetzt in noch tieferem, vollkommeneren Sinn
Deine Marga.