Marga Broil an ihren Mann August, 18. Januar 1944
Köln, den 18.I.44.
Mein lieber August!
Ich habe heute mit vieler Mühe die Briefkarten noch erstanden, die wir für unsere Danksagungen gut gebrauchen können. Weiße Couverts konnte ich nicht mehr bekommen. Der kleine Wuppertaler Kaplan und Elisabeth Muckes haben noch geschrieben, Elisabeth ist einige Tage in Köln, wir werden uns diese Woche einmal treffen. Meine Mieter sind ganz empört, daß ich keine Anzeigen geschickt habe, aber das würde ja zu weit führen. Einige haben etwas geschickt, das wir uns im nächsten Urlaub zu Gemüte führen können. Eine feine silberne Zuckerzange, 2 Kristallteller und noch viele Blumen haben mir Freude gemacht. Ich verstehe garnicht, daß wir aus Hannover noch nichts gehört haben. Nach Hause hat Math. geschrieben, daß er
nach Wuppertal versetzt wird.
Am Freitag war ich bei der Ärztin, die mich gründlich untersucht hat. Es sei soweit alles in Ordnung und die Beschwerden würden sich mit der Zeit verlieren. Ob es mit mir so ist, wie wir es mir wünschen, konnte sie mir natürlich auch noch nicht sagen. Du, wäre das eine Freude, für uns beide, ja? Ach, ich kann Dir heute nur so ein paar Worte sagen, mitten aus dem Getriebe der Arbeit heraus, die ich jetzt freudiger tue denn je. Ich denke so sehr an Dich und schicke all meine guten Wünsche zu Dir
Deine Marga.
Die finanzielle Frage habe ich mit den Eltern besprochen. Ich gebe insgesamt für Miete und als Anteil am Haushalt monatlich 100,- M. ab. Dann bleiben mir immer noch 116,- M zu sonstigen Anschaffungen übrig.