Marga Broil an ihren Mann August, 29. Januar 1944

Köln, den 29. Januar 1944.

Mein lieber August,

ein paar Glückwünsche, die noch gekommen sind, will ich Dir mit diesem kurzen Gruß schicken. Der Brief von Schw. Ehrenbrand hat mir viel Freude gemacht. Die anderen Briefe sind von meinem früheren Chef aus der Bank und von Inge Weber. Therese brachte die Nachricht, daß Meta Peifer aus München ins Kloster gegangen ist. Es war wohl für alle eine Überraschung, doch ich habe Meta eine solche Entscheidung zugetraut. –

Liebster, Dein Kartengruß hat mich sehr erfreut. Ach, alles was von Dir kommt ist mir eine Freude, auch das kleinste Zeichen, und sei es nur die Adresse, die Deine Hand auf die Zeitung geschrieben hat, die jetzt täglich kommt. Es ist gut, daß Du mir das Lebenswerte darin bezeichnest, denn um alles zu lesen fehlt

mir die Zeit.

Du, wenn alles gut geht und die Sache mit dem Arbeitsamt klappt, bekomme ich zum 1. März eine Hilfe ins Büro, Frl. Feuser, die mit mir bei Quademechels war. Ich verspreche mir wirklich etwas von ihr. Bis dahin muß ich mich noch sehr dahinter halten, denn bis zum 15.III. muß die Bilanz fertig sein.

Die AEG hat gestern 42,- geschickt. Setze den Betrag bitte noch in den Antrag ein.

Mein August, ich hoffe heute abend etwas länger bei Dir verweilen zu können. Nimm für jetzt meinen herzlich frohen Gruß und mein Gedenken

Deine Marga.

Therese läßt Dich grüßen. Es waren gute Stunden, die wir zusammen verbracht haben.