August Broil an seine Frau Marga, 14. Februar 1944
Bremen, den 14.2.44.
Meine liebe Marga,
Die Rückfahrt nach Bremen hat viel zu gut geklappt. Sozusagen unmittelbar aus Deinen Armen entlassen, sitze ich wieder an meinem alten Arbeitsplatz und kann an all die schönen Stunden zurückdenken. Wie haben wir jetzt wieder tiefer unsere Gemeinsamkeit erfahren, und es ist so, daß mit jedem mal uns die Liebe stärker faßt. Und so wie das Zueinanderkommen tiefer geht, so wird im gleichen Maße das Abschiednehmen schwerer. Wie diesmal
so stark habe ich es noch nicht empfunden. Oder lag es daran, daß wir in der Abgeschlossenheit unseres Heimes auch den feinsten Klängen unserer Seele, den tieftönenden, traurigen, keine Einhalt zu bieten brauchten? Weiter geht wieder unsere Fahrt in eine zwar ungewisse aber um so frohere Zukunft. Froh sind wir auf die Zukunft hin, weil wir sie aus Erfahrung und Glauben so gut geborgen wissen. Liebste, wie Du mir diesen Gruß aus überreichem Herzen oft zugesprochen hast, so gebe ich ihn Dir wieder mit aller Kraft meines liebenden Herzens.
Dein August