August Broil an seine Frau Marga, 10. März 1944
O. U. den 10/3.44.
Meine liebe Marga,
schnell einen kurzen Gruß, meine Liebste; der Brief soll von einem Kameraden, der über Köln fährt, mitgenommen werden.
Allmählich merkt man, daß die Sache hier Form und Gesicht bekommt. Der Dienst hat begonnen und läuft jetzt Tag um Tag regelmäßig ab. Spät am Abend sind wir meist mit den Familien zusammen, und da ist es bei den Kindern recht laut. In den Rahmen muß man sich einfügen können. Ich bin gut aufgehoben, und neben der Truppenverpflegung, die nicht schlecht ist, fällt öfter etwas ab. Ich hoffe sehr, daß wir Urlaub bekommen, bevor es weggeht. Der Termin ist noch nicht bekannt. Post habe ich seit Offensen noch nicht wieder erhalten, weil die Post hier etwas langsamer arbeitet.
Die Uebergangszeit ist immer etwas ungewiß bis wir eine F.Nr. haben.
Ich hätte Dich gerne noch einmal angerufen, aber seitdem wir einen Chef haben, wird das nicht gerne gesehen. Auch schreiben sollen wir erst unter F.Nr. Aber das geht ja so ganz gut und brauchte niemand zu wissen.
Liebste, ich weiß nun nicht, wie Du leiblich das ganz neue, das in Dir lebt, bestehst. Aus Deinem letzten Brief weiß ich jedoch, wie Du geistig alles daraufhin richtest und es fein machst. Dann wird der Leib sich wohl unter die starke Hand des Geistes stellen.
Nun geh hin kleiner Brief und grüße die Liebste und bring mir bald Antwort von Ihr.
Dein August