August Broil an seine Frau Marga, 15. August 1944

O. U., den 15.8.44.

Meine liebe Marga,

leicht reicht es wieder nur zu ein paar kurzen Zeilen. Aber es ist möglich, daß die Post wieder mitgeht. Und auch eine kleine Nachricht, so weiß ich es, freut Dich.

Alles ist ganz gut, wenn man vom Krieg absieht; denn der nimmt jetzt in Frankreich wohl größere Ausmaße an. Auf einige stille Tage folgen ermüdende mit viel Hin und Her. Nie weiß man, was morgen ist, aber wir lassen die Hoffnung nicht sinken, weil uns ja jegliches Geschick gut dünkt.

Die Gewalt des Krieges steigert sich dem entscheidenden Höhepunkte zu.

Wir und alle Söhne und Töchter unseres Volkes müssen darin nichts anderes tun als tapfer auszuhalten. Wie ein Gleichnis kommt es mir vor, daß die Nacht unser Haupt-Wirkungselement ist. In den Schutz der Nacht muß die Gewalt eintauchen, und doch wird auch diese Gewalt nur von zeitlicher Dauer sein.

Meine Marga, mit diesen wenigen, etwas ernsten Worten muß ich heute den Brief beenden und Dich und unser Kindlein grüßen. Ach wenn ich nur weiß, daß Ihr alles gut macht, dann

ist auch bei mir alles gut.

Ich bin in Herzlichkeit und Liebe

Dein August