August Broil an seine Frau Marga, 8. September 1944
Deutschland, den 8/9.44.
Meine liebe Marga,
gestern nachmittag haben wir nach vier Monaten Aufenthalt in fremden Land unser Deutschland, unser Heimatland wiedergesehen. Du, Liebste, wie das Herz uns höher schlug, als wir über die sturmüberwehten Hochebenen des hohen Venn fuhren nach Monschau, durch dessen enge Gassen und dann in die Berge der Eifel hinein. Nun liegen wir in einem kleinen Eifeldorf und warten auf weiteres. Ein jeder malt sich die nahe Zukunft mit großen Hoffnungen des
baldigen Wiedersehens aus. Wenn nur alle Wünsche verwirklicht würden! Die Ferne, von der wir so oft geschrieben und die unsere Gedanken und Briefe stets so schön überbrückt haben, ist nun zu einer kleinen Strecke zusammengeschmolzen. Fast greifbar liegt die Heimatstadt vor mir. Du, wenn ich doch dann bei Dir sein könnte, jetzt gerade, wo Du so kurz vor dem großen Augenblick Deines Lebens und unserer Gemeinsamkeit stehst. Wir wollen gemeinsam fest und tief hoffen und auf ein baldiges Wiedersehen für immer
Dein August.