Gisbert Kranz an seine Familie, 14. Juli 1941

Wuppertal, den 14.VII.41.

Meine Lieben!

Für den schönen Urlaub, den Ihr mir wieder recht angenehm gemacht habt, meinen herzl. Dank.

Heute morgen schossen wir stehend freihändig. Ich hatte gestern abend meinem Gruppenführer 30 Ringe garantiert. 33 schoß ich heute morgen bei der Übung, zu der nur 19 Ringe gefordert wurden. Daraufhin konnte ich vom Leutnant aus nach Hause gehen. So habe ich jetzt Zeit, ein „Zehnührchen“ zu halten und den Kuchen von Mutter zu probieren und Euch zu schreiben, wie er mir geschmeckt hat: par un mot: tadellos.

Der Dienst heute nachmittag ist kurz. Nur eine Stunde Exerzieren und um 6 Uhr schon Feierabend.

Gestern abend verpaßte ich in Neviges den Anschluß: die Bahn fuhr mir brechend voll vor der Nase davon. Doch bekam ich 20 Min. später eine andere. So kam ich noch kurz vor Zapfenstreich hier an. Heute morgen fragte mich ein Uffz. beim Antreten, ob ich noch zeitig angekommen sei. Er hatte mich in Neviges gesehen.

Nun will ich einen kurzen Mittagsschlaf halten.

Es grüßt Euch herzlich

Euer Gisbert