Gisbert Kranz an seine Familie, 17 August 1941
Rheine, den 17.VIII.41. Sonntag.
Meine Lieben!
Rheine ist nicht so reizvoll wie Lingen. Viel Fabriken, keine schöne Landschaft. Gestern war ich in der Stadt. Sie hat 40 000 Einwohner, etliche alte Gebäude im Stadtkern u. mehrere Kirchen. Die der Kaserne am nächsten gelegene Kirche ich ein moderner Bau in schlichten, erhabenen Formen, würdig und echt. Heute morgen bin ich mit vielen meiner Kameraden zum Gottesdienst gewesen. Heute nachmittag trifft sich wieder unser Kreis von Hamm. –
Der Dienst hier ist leicht; die Verpflegung gut. Freitagabend haben wir uns auf der Stube aus eigenen Mitteln („Konterbande“) Bratkartoffeln u. Spiegeleier gemacht. Jeder hatte eine große Schüssel voll u. 2 Spiegeleier. Dann noch Schinkenbutterbrote. So läßt es sich hier aushalten.
Ich warte nun auf die Befürwortung meines Urlaubsgesuches von Lingen. Dann wird die Sache schone klappen. Die schm. Strümpfe habe ich noch nicht geschickt, da ich sie mitbringen kann, wenn ich in Urlaub fahre.
Ich wünsche Euch einen vergnügten Sonntag u. alles Gute, Fritz noch frohe Ferientage.
Frohen Gruß Euer Gisbert.